Unsere Reise startete in Zürich und führte uns über Kopenhagen und Reykjavik nach Boston. Die Landung war überpünktlich und die Immigration kurz und zackig. Soweit so gut, leider hatte es der Koffer von Manu nicht bis ans Ziel geschafft. Zu allem drum und dran waren an diesem Freitag Abend nur desinteressierte und inkompetente Personen am Flughafen beschäftigt. Schlussendlich konnten wir eine „Vermisst“-Meldung ausfüllen und der Koffer wurde uns am Samstag Abend versprochen, allerdings müssten wir ihn am Flughafen holen.

Da wir wohlweislich das Wichtigste ins Handgepäck gepackt hatten (Pyjama, ein kleines Toilettentäschli) und ich meine Sachen ja hatte, liessen wir uns die Laune nicht verderben. Kurz nach 20.00 Uhr waren wir im hippen Viertel Seaport unterwegs und suchten ein Nachtessenlokal.

Im Committee, einem griechischen Lokal fanden wir schliesslich einen Tisch und bestellten ein paar Meze und eine Flasche griechischen Rotwein. Wir haben wunderbar gespiesen und getrunken und waren um 22.00 in den Federn.

Am nächsten Morgen begrüsste uns Boston bei schönstem Frühlingwetter mit viel Sonnenschein und blauem Himmel. Nach einem ausgiebigen und Cholesterinhaltigen Frühstück, machten wir uns auf den Weg nach Downtown (mit einem kurzen Umweg über die Hafenpromenade in Seaport) zum Start des rund 4km langen Freedom Trail.

Man läuft einer rot eingezeichneten Linie am Boden entlang und findet unterwegs historische Sehenswürdigkeiten wie das Old State House, alte Kirchen und Friedhöfe, Markthallen und am Schluss des Trails Bunker Hill mit schönem Blick über Boston und die USS Constitution, ein altes Segelschiff, das immer noch im Dienste der Navy steht, zwar als Museum (kriegstüchtig wäre es wohl nicht mehr) aber mit einem weiblichen Commander, wie stolz geschrieben steht. Die Sehenswürdigkeiten sind für uns als Europäer zwar nicht sooo interessant, aber man erhält einen ersten Einblick in die Vergangenheit der Stadt Boston, die auch viel mit der Revolution und der Unabhängigkeit Ende 18. Jahrhundert zu tun hat.



Von der Wharf, wo die USS Constitution steht, fährt ein Wassertaxi wieder mitten in die Stadt zurück. In einer der zahlreichen Shoppingstrassen deckte sich Manu noch mit Hosen und Oberteilen ein (bezahlt von Iceland Air – Danke ;-)) und dann war es eigentlich höchste Zeit für ein Apéro. Wir hatten uns bereits schlau gemacht, wo es schöne Rooftop Bars gibt und entschieden uns für die Aussichtsterrasse beim Envoy Hotel. Trotz der happigen Preise gönnten wir uns das erste amerikanische Glas Weisswein (natürich aus Kalifornien).


Nach einem kurzen Zwischenstopp im Hotel machten wir uns noch einmal auf den Weg Downtown zur Promenade am Charles River. Man läuft zuerst durch den schönen Stadtpark, dem Boston Common und danach führt ein schöner Weg am Charles River entlang.

Nach ca. 30‘000 gelaufenen Schritten war es schliesslich Zeit Manu’s Koffer am Fluhafen abzuholen. Der war tatsächlich angekommen und wäre sogar ins Hotel geliefert worden. Aber die sehr netten, hilfsbereiten und kompetenten Mitarbeiter am Check in von Iceland Air (gibt es also tatsächlich) setzten alle Hebel in Bewegung um uns Manu’s Kopffer zu überreichen. Und dann war es bereits Zeit zum Nachtessen. Am Vorabend des St. Patrick Days und Samstag Abend war es zwar nicht ganz einfach einen Platz zu finden, aber schlussendlich hatten wir Glück und erhielten einen Platz im Legal Seafoods Restaurant, wo wir gemütlich Fisch Tacos und Salat speisten. Dazu ein Glas Rotwein aus Kalifornien. Was will man mehr.

Der zweite Tag begann mit Nieselregen und grauem Himmel. Nach einem weiteren cholesterinhaltigen Frühstück gings zu Fuss Richtung View Boston einem Aussichtsdeck im 52. Stock des Prudence Towers. Der Regen liess immer mehr nach und als wir schlussendlich hoch oben im Turm die Aussicht genossen, zeigte sich hie und da sogar die Sonne.

Gleich neben dem Hochhaus steht die Boston Public Library, eine der ältesten und grössten Bibliotheken der USA. Sie ist öffentlich zugänglich und befindet sich in einem wunderschönen alten Gebäude mit höhen Decken, vielen Säulen und riesigen Räumen mit Bücher über Bücher.


Anschliessend flanierten wir durch die alten Markthallen bei der Fanheuil Hall und shoppten erste Souvenirs (feine Gewürze). Ein paar Schritte weiter waren wir grad wieder am Pier, wo wir am Vortag mit dem Wassertaxi gelandet waren. Da die Sonne nun wirklich am scheinen war, setzten wir uns in den Garten des Chart House an der Long Wharf und genehmigten uns kalifornischen Riesling und eine unheimlich leckere Portion Calamari und frititiertes Gemüse.

Um 14.30 Uhr hatten wir noch eine Hafenrundfahrt gebucht. Von der Long Wharf aus fuhren wir mit einem Ausflugsschiff hinaus in den Boston Harbor mit seinen zahlreiche Inseln, die man im Sommer auch besuchen könnte.

Wieder zurück führt von der Long Wharf der Habor Walk alles am Wasser entlang bis zu unserem Hotel in Seaport, ein schöner Verdauungspaziergang mit wunderbaren Ausblicken auf die City und das Wasser.

Abendessen gab es im Ocean Prime Restaurant. Nach der riesigen Portion Calamares war der Hunger nicht mehr riesig, wir wollten jedoch unbedingt noch zwei Spezialitäten probieren: Seafood Chowder und Lobster Bisque, beides reichhaltige sehr leckere Suppen.

Nach einer letzten Nacht in unserem Hotel in Boston, sind wir nun bereits unterwegs mit dem Amtrak Acela Zug nach Washington DC.

 

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