Der Amtrak Acela Zug ist der einzige Hochgeschwindigkeitszug in den USA. Er verbindet Boston via New York mit Washington und erreicht dabei Geschwindigkeiten bis zu 150 Meilen pro Stunde.

Nach dem Frühstück in einem Café Nero bestellten wir ein Uber und liessen uns zur South Station in Boston chauffieren. Im Bahnhof angekommen wartet man in der grossen Halle bis kurz vor Abfahrt des Zuges das Gleis bekannt gegeben wird.

Rund 10 Minuten vor Abfahrt war dies soweit und zusammen mit ein paar hundert anderen Passagieren wanderten wir zum wartenden Zug, einer typischen, hässlichen amerikanischen Blechkiste. Der Acela Zug verfügt im inneren über zwei Klassen: Business und First und sieht im Inneren viel komfortabler aus als von aussen. Wir hatten Business gebucht, inklusive Sitzplatzreservation (was obligatorisch ist).


Pünktlich um 11.05 setzte sich der Zug in Bewegung und bald verliessen wir die städtische Umgebung Richtung Süden und den Bundesstaaten Rhode Island und Connecticut. Bequem in unseren Sitzen sitzend genossen wir die liebliche Landschaft, immer noch winterlich ohne Laub an den Bäumen und vorbei ziehende kleine Orte mit den typischen herzigen New England Häuser. Ab und zu gab es Stops in grösseren Orten, wo Leute aus- und einstiegen.


Nach dem Mittag holten wir uns ein Sandwich im Bordbistro und bald erreichten wir die ersten Ausläufer von New York. Plötzlich sah man von weitem auch die eindrückliche Skyline mit dem One World und Empire State Building, leider auf der für uns falschen Seite. Dann schluckte uns der Tunnel von Long Island Richtung New York Penn Station. Kurzer Stop, unterirdisch und schon gings weiter Richtung New Jersey. Dort hatten wir dann von der richtigen Seite noch einmal Blick zur Skyline.


Die Gegend wurde nun immer frühlingshafter mit blühenden Bäumen und Blumen am Wegrand aber auch ärmlicher. Teilweise fuhren wir durch sehr ärmliche Orte mit kaputten Behausungen in den Bundesstaaten Pennsylvania, Delaware und Maryland.


Pünktlich um 17.55 Uhr erreichten wir Washington Union Station mit seiner sehr schönen Bahnhofhalle.

Ein Uber war auch hier schnell bestellt und kurz nach halb sieben hatten wir unser Hotel, das Club Quarter White House Washington erreicht. Wie der Name sagt, befindet sich unsere Unterkunft grad um die Ecke vom weissen Haus. So führte uns unser erster Spaziergang auch gleich dorthin. Wir waren erstaunt, wie nahe man an das Wohnhaus des US-Präsidenten rankommt, obwohl es von Secret Service drumrum nur so wimmelt.

Nachdem die obligaten Föteli geschossen waren, war Zeit für Apéro. Wiederum um die Ecke liefen wir ans Pub Union Trust heran, eine dunkle Kneipe mit Bar und einem lustigen Barkeeper. Of Course habe er nur amerikanischen Weisswein. Dann rumorte es im Kühlschrank und er kam mit zwei Wassergläser und einer Weinflasche zurück. Naja, fast Amerika sei es, ein französischer Wein, während er das Glas mit venezianischem Pinot Grigio bis zum Rand füllte. Und nachdem wir halb leer hatten füllte er noch einmal nach. Welcome to Washington.


Zum Abschluss dieses erreignisreichen Tages gönnten wir uns Shrimps-Linguini im the Hamilton, einem grossen Lokal im französischen Bistrostil.
