Die Südafrikaner können also auch präzise das Wetter vorhersagen. Heute Morgen um halb sechs musizierte der Wecker und ich schaute vom Bett aus nach draussen… siehe da, erste Sonnenstrahlen guckten zwischen den letzten lichten Wolken hervor. Nach meinem obligaten Vorab-Kaffee gings ans kleine Frühstück und ans Packen. Wir mussten von unserem Rondavel in Nyathi Abschied nehmen und hatten den Plan den Addo-Park Richtung Süden zu verlassen, um noch von möglichst vielen Tiersichtungen profitieren zu können Alles war gepackt und verstaut und die Wolken hatten sich fast vollends verzogen als wir um ca. 7:00h den Motor starteten. Es ging mit einem kleinen Umweg übers Maincamp los, weil ich noch die Pneus auf ihren Luftdruck überprüfen wollte. Nein nicht rauslassen, im Park ist zum Teil geteert oder relativ gut befahrbare Gravelroad. Ich hatte bemerkt, dass der hintere, rechte Reifen nach einigen Tagen etwas Druck verliert und dies mit etwas „nachfüllen“ an der Tankstelle ausgeglichen werden kann.
Auf dem Weg dahin bereits das erste Highlight, aus dem nichts im engen Tal zum Maincamp, tauchte eine grosse Büffelherde aus dem Gebüsch auf. Etliche Kühe aber auch stattliche Bullen mit ihrem grossen Hornwulst waren zu bestaunen… eben einer der Grossen von den Big Five 🙂

Nach dem Luftservice am Pilani ging es die ersten Kilometer auf den noch nassen Strassen so dahin, die Sonne glänzte und die kleinen Tiere kamen hervor, die ganz kleinen. Massenhaft der schwarzen (flugunfähigen) Dung-Beetles zogen auf die Strasse und deren Ziel waren die Misthaufen der ganz Grossen Tiere, die diese auf der Strasse hinterlassen haben. Ja tatsächlich, es gibt sogar ein Strassenschild das alle Fahrer darauf aufmerksam macht, Rücksicht auf die kleine Schwarzen „Aufräumer“ zu nehmen. Neben dem Scanning der Umgebung auf etwaige grosse Tiere, musste ich in Schlangenlinie den Kleinen ausweichen. Zum Teil waren auf einigen Metern Fahrt drei, vier dieser Sechsbeiner unterwegs…
Während der kurvenreichen Fahrt waren weitere Bewohner wie, Kudus und Warthog (Warzenschweine) zu sichten, besonders die puzigen Schweine sind in meinen Augen besonders süss, weil sie im offenen Grassland mit eingeklappten Vorderbeinen äsen, wahrscheinlich weil es für sie bequemer ist…

Richtung Süden veränderte sich die Landschaft zusehends in viele offene Gras- und Grünflächen. Ideal zum Tiere beobachten und tatsächliche war vor uns einige schief geparkte Autos auf der Gravelroad auszumachen. Als wir dazu stiessen wurden wir durch die offenen Scheiben sofort darauf hingewiesen, dass sich ein Löwenmännchen dort oben im Hang faul hingelegt hatte. Tatsächliche war diese prächtige Katze mit Feldstecher und Objektiv gut auszumachen. Leider war der Kerl nicht gerade motiviert und döste nur so vor sich hin. So entschieden wir den Loop fortzusetzen und zu einem späteren Zeitpunkte nochmals vorbei zu schauen. Auf der Weiterfahrt erfuhren wir von anderen Touristen, dass sich ein ganzes Löwenrudel in der Nähe befinde, und momentan noch herumwandere, wahrscheinlich um einen schönen Rastplatz zu finden.
Nach einer halben Stunde Fahrt mit der Sichtung eines Red Hartebeest (Kuhantilope) hatten wir den dem Loop durch und waren nur noch wenige Kilometer von der Löwensichtung entfernt, da trabte eine Herde Zebras vom Hang hinunter zum Wasserloch vor uns. Rascher Entscheid zum Wasserloch fahren und warten.. einige Minuten später waren die Gestreiften ebenfalls hier, welch ein grandioses Motiv für die Kamera. Kurzer Stop um Wasser zu trinken und dann gings für die Zebras weiter direkt auf der Strasse und ich im gleichen Tempo hinterher… diese süssen Pferdchen liessen sich nicht aus dem Trab bringen und ich konnte direkt neben her fahren und sogar auf Armlänge neben dran stehen bleiben, was für ein Schauspiel.


Leider war nun aber der Löwe nicht mehr zu finden, dieser hatte sich wohl unterdessen aus dem Staub gemacht. Auch das restliche Rudel hatte wohl inzwischen einen Rastplatz fern von unseren Blicken gefunden.
Also gings weiter Richtung südlichem Entrance Gate, nur noch wenige Kilometer zu fahren, da meinte Sandra noch: nun ist vorbei, wenn ich nur noch einen der grauen Dickhäuter im Sonnenschein sehen könnte. Ihr Wunsch wurde erfüllt. Tatsächlich trottete noch eine Gruppe aus dem Gebüsch auf die Gravelroad. Da sich bereits andere Autos auf der Strasse befanden trötete die Leitkuh laut und deutlich um ihren Vortritt einzufordern. Also hielt ich den Pilani am Rand an und wartete bis die Herde direkt neben uns vorbeizog… du siehst jede Falte in der Haut, jedes Haar und das Glänzen in den Augen der Grossen wenn diese so knapp am Auto vorbei trampeln.


Tschüss Addo, es war atemberaubend und fantastisch…

Danach gings rasch auf die Autobahn Richtung Jeffreys Bay für einen kleinen Lunch in einem Restaurant direkt am Meer und dann weiter zu unserer Unterkunft in St. Francis Bay.
Unsere Lieben, vielen Dank für den ausführlichen Bericht, die wunderschönen Fotos und Videos! Wir haben alles sehr genossen! Es war super , dass wir so intensiv an Eurer wunderschönen, erlebnisreichen teilnehmen durften! Viele liebe Grüsse in Küsse von uns Zwei