Bevor wir uns auf den Weg zum Addo Elephant Park machten, wollen wir am Sonntag Morgen noch eine Straussenfarm in Oudtshoorn besuchen. Die Stadt gibt es nämlich eigentlich nur wegen diesen, den grössten noch lebenden Vögel der Welt. Gegründet wurde Sie von den sogenannten Straussenbaronen, die vor allem mit den Federn aber auch mit dem Fleisch und dem Leder der Vögel Ende 19. bis Anfang 20. Jahrhundert das grosse Geld machten. Leider kamen die Automobile in Mode und die reichen Damen konnten mit den Hüten mit den Straussenfedern nicht mitfahren. So brach der „Federnmarkt“ von einem Tag auf den anderen ein.
Wir trafen also kurz vor 09.00 auf der Ostrich Safari Ranch ein, um an der ersten „Tour“ des Tages mitzufahren. Für andere war 09.00 an einem Sonntag wohl zu früh. Wir hatten eine Privattour, eine Traktorfahrt, welche uns durch die grossen Gehege von zimbabwischen, kenyanischen und südafrikanischen Straussen führte. Dazu bekamen wir interessante Erklärungen von unserer Tourguidin. Obwohl wir bereits eine solche Tour mitgemacht hatten, hatte ich bisher nicht gewusst, dass es verschiedene Straussenarten gibt. Also wieder etwas Neues gelernt. Während dem Durchfahren durch die Gehege konnten wir die Straussen füttern. Diese waren recht versessen auf das Futter, welches Adi Ihnen auf seiner Hand reichte und er wurde ein paar Mal ziemlich heftig gepickt. Ich filmte und fotografierte das Ganze lieber aus sicherer Entfernung.

Am Schluss durften wir noch die weisse Straussendame „Lady Gaga“ besuchen. Die Dame hatte tatsächlich eine gewisse Ähnlichkeit mit der Sängerin. Zudem gab es noch Informationen zum Ausbrüten der Eier und anderen Funfacts. Kurz nach 10.00 Uhr verabschiedeten wir uns von Oudtshoorn und machten uns auf den langen Weg zum Addo Elephant Park.
Die Strecke führte quer durch Südafrika immer Richtung Osten. Meistens durch die einsame Karoo, manchmal mit einem kleinen Städtchen, oft über eher schlechte Strassen oder sogar über Gravelroad. Wir kannten die Wetterprognosen bereits und tatsächlich wurde das Wetter eher schlechter. Der Himmel war verhangen und grau, es kündigte sich Regen an.
Um 14.30 Uhr hatten wir den Parkeingang erreicht und nachdem wir das ganze Check in-Prozedere mit Covid Formularen hinter uns hatten machten wir uns auf zum ersten Game Drive.
Der Addo Elephant Park wurde 1931 zum Nationalpark erklärt, um die verbleibenden 11 Elefanten in dieser Gegend zu schützen. Heute leben über 600 Exemplare im drittgrössten Park Südafrikas. Zudem leben hier auch Löwen, Zebras, Nashörner, Büffel, Hyänen und diverse Antilopenarten und andere kleinere Tiere.
Während das Wetter immer schlechter wurde, erblickten wir bereits einige Kilometer nach dem Eingangstor die ersten Elefanten. Weitere folgten, Junggesellengruppen und auch Mütter mit ihren Jungen. Was für ein Highlight!



Nach diesem erlebnisreichen Nachmittag mussten wir nun nur noch unsere Unterkunft aufsuchen. Wir hatten ein Cottage im Nyathi Camp gebucht, welches sich nicht im Hauptteil des Parks befindet. Es befindet sich in einem separaten Gebiet mit einem eigenen Eingangstor, zu dem nur „Residents“ Zutritt haben. Die 6 km lange Strasse bis zum Camp wird also jeweils nur von den Mietern der 12 Cottages befahren und die Tiere sind entsprechend scheuer und weniger an Autos gewöhnt.
Die Cottages befinden sich auf einem Hügel von dem man über eine Ebene mit Wasserstelle sieht. Die Häuser sind mit allem was man als Selbstversorger braucht ausgestattet, verfügen über Panoramafenster, sogar im Badezimmer und einer grossen Terrasse mit Grillplatz und einem kleinen Privatpool pro Unterkunft. Nun, bei diesem Wetter war leider nicht an ein Bad zu denken. So schade, ich hatte mich extrem gefreut.
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Auch ans grillieren war leider nicht zu denken. So kochten wir halt einmal alles in der Küche: zur Abwechslung Wildfleisch mit Gemüse und Pasta im Schmortopf.
Um 05.00 Uhr klingelte der Wecker. Draussen regnete es in Strömen. Trotzdem brachen wir nach einem Kaffee und Saft auf zum ersten Gamedrive. Elefanten sind auch im Regen ausgesprochen aktiv und so dauerte es nicht lange, bis wir die erste Herde erblicket, die es sich am Strassenrand zum fressen gemütlich gemacht hatte. Sogar ein junges Elefäntchen, dass von der Mutter sorgsam geschützt wurde, war dabei. Irgendeinmal war die Strasse wieder frei, die Elefanten waren friedlich an uns vorbeigezogen und wir konnten weiterfahren.

Von 10.00 bis 13.00 Uhr gab es für uns ein Pause mit Powernapping, danach gings im noch stärkeren Regen erst einmal zum Main Gate, wo wir uns einen Burger gönnten. Bevor wir wieder zurück nach Nyathi fuhren machten wir noch einen Loop im Park, wo wir plötzlich eine grosse Bullenherde neben uns hatten, die aber überhaupt nicht interessiert an uns waren. Sogar zwei Büffel konnten wir noch aufspüren. Danach gings übers „Privatsträsschen“ zurück zur Unterkunft. Auf dem Weg begegnete uns noch eine Herde mit Müttern und Jungen. Wir hielten respektvoll Abstand während diese vor uns auf der Strasse ein Stück des Weges zogen. Als wir dann schliesslich neben Ihnen vorbeifuhren, trompetete uns die Leitkuh noch warnend zu. Auch dies ist ein Erlebnis für unsere Memoiren.


Nun sind wir im Cottage (momentan ist gerade wieder Load Shedding, das Camp hat jedoch einen Notgenerator), grillieren können wir auch heute Abend nicht, doch für Morgen sind die Wetterprognosen super. Sonnenschein pur und 21 Grad. Was für eine Wohltat nach den nassen 15 Grad, die wir heute erlebt haben. Wir werden morgen durch den ganzen Park von Nord nach Süd fahren. Am indischen Ozean in der Nähe von Port Elizabeth werden wir aus dem Park fahren und weiter Richtung Cape St. Francis, wo wir die nächste Übernachung gebucht haben.