Die letzte Tage haben wir die Garden Route bereist. 300km durch einen der schönsten Küstenabschnitte Südafrikas. Wer sich aber die Garden Route wie seinen klangvollen Namen vorstellt und blumenreiche Gärten erwartet, ist auf dem falschen Weg. Die Garden Route verdankt ihren Namen der fruchtbaren Landschaft, die sie umgibt. Im Vergleich zur Wüste im Norden und der Kleinen Karoo, zeichnet sich diese Landschaft durch üppige Vegetation aus. Der Name geht zurück in die Kolonialzeit, in der die ersten Entdecker, Forscher und Siedler das Land, aufgrund seines Pflanzenreichtums und der grünen Farben, mit dem Garten von Eden verglichen haben.

Der erste Stop am frühen Mittwoch morgen war das Cape St. Francis der zweitsüdlichste oder südöstlichste Punkt des afrikanischen Kontinents mit seinem pittoresken Leuchtturm.

Auf der N2 gings weiter Richtung Westen und schon bald hatten wir die Storms River Bridge erreicht, eine der drei grossen Brücken im Verlauf der N2, die wie ihr Name aussagt den Storms River überquert, dort wo sich der Fluss tief in eine Schlucht eingegraben hat.

Wenige Kilometer weiter befindet sich der Big Tree. Er ist der grösste von mehreren Outeniqa Yellowwood Bäumen, über 1‘000 Jahre alt und über 36 Meter hoch mit einem Durchmesser von über 9 Metern. Wir haben den Baum bereits 1992 besucht und er ist wohl seitdem noch etwas gewachsen.

Unser Tagesziel war das Storms River Mouth Restcamp, wo wir auch schon mehrmals waren, jedoch noch nie übernachtet hatten. Dieses Mal hatte es nun geklappt und wir hatten eines der heissbegehrten Chalets ergattert, mit atemberaubendem Blick auf die felsige Meeresküste, wo sich die hohen Wellen brechen. Nach dem Walk zur Hängebrücke am Storms River Mouth, machten wir‘s uns auf unserer Terrasse gemütlich und genossen das Schauspiel vor unseren Augen.

 

 

Am nächsten Morgen gings weiter der Küste entlang, mit einem kurzen Abstecher zum schön gelegenen Nature‘s Valley (könnte auch ein schöner Übernachtungsstop sein).

Kurz darauf erreichten wir Keurboomstrand ein „Vorort“ und schöner Strand von Plettenberg Bay. Bereits 1992 hatten wir dort unseren Ruhestand geplant. Die schönen Häuser direkt am Strand hatten es uns damals angetan. Natürlich sieht es heute etwas anders aus, es ist viel verbauter als vor 29 Jahren und vielleicht doch nicht unbedingt der Ort an dem wir uns nach der Pensionierung niederlassen wollen. Trotzdem sicherlich ein schöner Platz, um an einem heissen Sommertag im Meer zu baden (bei Temperaturen von knapp über 20 Grad liessen wir dies aber bleiben).

Plettenberg Bay durchfuhren wir nur, obwohl auch dieser Ort von früher in guter Erinnerung ist und immer noch sehr einladend wirkt mit seinen vielen hübschen Cafés und Restaurants.

Kurz darauf hatten wir Knysna erreicht, wo wir unsere Einkäufe erledigten. Wir hatten direkt an der Waterfront ein Apartment für eine Nacht gemietet. Tiptop um das Auto stehen zu lassen und nebst dem Spaziergang durch die kleine aber sehr hübsche Waterfront im 34° South Austern zu schlürfen und feinstes Seafood zu essen. Danach konnten wir auf unserem Balkon mit Blick auf das emsige Treiben Apéro und Nachtessen geniessen.

Nun stand uns wieder ein etwas längerer Streckenabschnitt bevor. Nach dem Frühstück besichtigten wir jedoch „The Heads“. Knysna selber liegt nicht direkt am Meer, sondern an einer wunderschönen Lagune.

Als Knysna Heads wird die Hafeneinfahrt des Hafens von Knysna bezeichnet. Die Einfahrt wird von zwei Sandsteinklippen gesäumt Die Royal Navy bezeichnete die Einfahrt wegen der Unterwasser-strömungen einst als die gefährlichste Einfahrt der Welt.

Von den Heads aus gibt es Aussichtspunkte von denen man einen Blick über die gesamte Lagune und auf die Brandung des Indischen Ozeans hat.

Nun gings Kilometer für Kilometer über die N2 immer westwärts. Zwei kurze Stops gabs noch bei Wilderness um die Map of Africa zu besichtigen (es ist ein Aussichtspunkt auf zwei Flüsse, welche sich ihren Weg so gegraben haben, dass es aussieht wie die Umrisse des afrikanischen Kontinents.

Der zweite Stop war kurz nach Wilderness beim Dolphin Point. Dort steht eine Eisenbahnbrücke auf der bis vor ca. 10 Jahren regelmässig eine Dampflok darüber ratterte. Die Gleise sind mittlerweile überwuchert, trotzdem ist es immer noch ein nettes Fotomotiv. Delfine haben wir leider keine gesehen.

Bei Swellendam verliessen wir die N2 und nun gings weiter auf Gravelroad ins De Hoop Nature Reserve. Wir waren noch nie dort, da es doch recht abgelegen ist, für diese Reise hatten wir es jedoch auf unserer Bucketlist. Der Besuch hat sich auf jeden Fall gelohnt, haben wir doch zum ersten Mal „Bonteboks“, Buntböcke gesehen. Zudem gibt es auch Eland, Zebras, Strausse usw.

Das De Hoop Nature Reserve ist das südlichste Naturschutzgebiet Afrikas. Es gehört seit 2004 zum UNESCO Weltkulturerbe. Es liegt an einem Küstenabschnitt mit ausgedehnten weißen Sanddünen im westlichen Teil und felsigen, von Klippen umrahmten Buchten im östlichen Teil.

Übernachtet haben wir in einem Cottage der De Hoop Collection. Das kleine Resort umfasst verschiedenste Häuser und Häuschen im kapholländischen Stil, welche mitten im Reservat an einem Vlei (See) gelegen sind. Die Tiere grasen also unter Umständen direkt vor dem gemieteten Cottage.

Nach einem kurzen Walk am Vlei entlang, genossen wir unser schönes Cottage mit Grillstelle, die Ruhe, Natur, den Sonnenuntergang und Sternenhimmel.

Heute morgen beim Abschied von De Hoop hatten wir noch Besuch von einer Straussenfamilie, Vater, Mutter und schon etwas grössere Küken. Wie immer ein grandioses Erlebnis. Und dann wollten wir vor der Abfahrt noch die riesigen Sanddünen am Meer sehen und fuhren bis zum Aussichtspunkt „Koppie Alleen“. Nun hatten wir also auch einmal weisse Sanddünen gesehen.

Weiter ging die Fahrt zum südlichsten Punkt Afrikas, zum Cape Agulhas, wo der indische Ozean auf den Atlantik trifft. Natürlich stellten wir uns in die Schlange um das obligate Foto beim Markierungsstein zu machen. Auch das Afrika-Relief haben wir bewundert sowie den zweitältesten Leuchtturm Südafrikas.

Nun sind wir in der Walker Bay gelandet, genauer gesagt in De Kelder, welches zu Gans Bay gehört. Die Walker gehört zu den wenigen Orten auf der Welt, wo man Wale vom Land aus sehen kann, wenn Sie dann in die Bucht hereinschwimmen. Wir haben ein schönes Apartment mit Terrasse direkt am Meer und sind gespannt, ob wir Glück haben und einen oder mehrere der Riesen beobachten können.

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