26. Oktober  2019

Am frühen Morgen musste erstmal das leidige Thema mit unserem Kühlschrank dran glauben. Leider war dies mit einem Anruf bei Apollo nicht getan. Da Samstag war, konnte das Office nichts machen und empfahl uns eine ESKY-Box (Kühlbox) und genügend Eis zu kaufen. Sie würden sich am Montag wieder bei uns melden.

Wir wollten uns die Ferien nicht verderben lassen und nach dem Kauf der ESKY-Box, ging es weiter gen Süden an die Jervis Bay. Vom Greenfield Beach aus wollten wir den White Sand Beach Trail wandern, eine einfache und kurze Wanderung die bis zum Hyams Beach führt. Der Trail führt zuerst durch Wald mit mehreren Lookouts auf die Jervis Bay. Gleich beim ersten Lookout erblickten wir mehrere Delfine in der Bucht, welche an uns vorbeizogen. Schliesslich erreichten wir den schneeweissen Hyams Beach an dem man bis zum Hyams Beach Village am Strand entlang laufen könnte. Danach geht der Weg wieder retour zum genauso weissen Greenfield Beach. Zahlreiche Leute genossen das wunderschöne warme Frühlingswetter mit Baden, schnorcheln und Barbeque. Man merkte, es war Wochenende und viele Australier nutzten das schöne Wetter für einen Ausflug an die Küste.

Weiter ging unsere Reise etwas durchs Landesinnere bis wir Ulladulla erreichten. Ulladulla ist ein schönes Fischerdorf und da wir langsam Hunger hatten stärkten wir uns mit einem Lunch in einem schönen Café. Am Hafen gab es einen einladend aussehenden Fisch-Shop, doch leider hatten wir bereits im Woolworths an der Fischtheke verschiedenen Fisch und Meeresfrüchte eingekauft.

Nun wurde es langsam an der Zeit sich für einen Campingplatz zu entscheiden und ich reservierte in Merry Beach einen Platz, der mit dem Versprechen wirbt, dass es „Resident Kangaroos“ hat. Und wir wurden nicht enttäuscht. Der Platz war nicht nur total schön an einem Strand am Meer gelegen, tatsächlich tummelten sich auch zahlreiche graue Känguruhs rund um unser Motorhome. Gemütlich im Stuhl sitzend mit einem feinen Bier und Weisswein konnten wir dem Treiben zuschauen. Die Tiere waren sich auch an Menschen gewöhnt und recht neugierig und zutraulich.

Ein kalter Wind war aufgekommen und so konnten wir leider nicht draussen essen. Das Menu entschädigt etwas dafür. Wir hatten eine Meeresfrüchte Mischung mit frischen Muscheln, Crevetten, Tintenfischen und Fischfilet gekauft. Dazu etwas Penne und viel Gemüse, alles in einer Gratinform und mit einer Rahmmischung mit Knoblauch und Kräutern im Ofen überbacken.

 

27. Oktober 2019

Am Morgen hatte sich der kalte Wind leider noch nicht verzogen und wir hatten auch eine recht frische Nacht hinter uns. Trotzdem starteten wir früh Richtung Merimbula. Die Strasse führt nicht direkt am Meer entlang aber es gibt ein paar Orte mit schönen historischen Häusern im Westernstyle unterwegs. Merimbula ist jedoch wieder am Meer, an einer Lagune gelegen. Von dort starten zweimal täglich Walbeobachtungsfahrten aufs offene Meer. Ich hatte am Vortag die Fahrt um 13.00 gebucht. Wir kamen kurz vor 12.00 an, grad richtig um noch zu Mittag zu essen.

Um 13.00 ging es dann los mit einem Katamaran, der Platz für 75 Personen bietet. Zuerst mussten wir aus der Lagune raus, alle ausgerüstet mit Rettungswesten, da beim Ausgang eine starke, nicht ungefährliche Strömung herrscht. Nachher durften wir die Westen aber ausziehen und schon kurz darauf erblickten wir die ersten Buckelwale. Was für ein Schauspiel! Rund zwei Stunden konnten wir zwei Buckelwalen folgen, welche sich in unserer Nähe absolut wohl fühlten. Sie spielten, machten Sprünge, winkten mit ihren grossen Flossen und sorgten für perfekte Photo und Filmmomenten. Merimbula Marina, welche die Tour anbietet hat eine Facebookseite, wo Sie jeweils Fotos von den jeweiligen Ausflügen postet. Ihr findet dort auch unseren Ausflug (gepostet am Sonntag um 23.49 Uhr).

Ganz überwältigt vom erlebten fuhren wir noch einige Kilometer bis Eden,  wo wir etwas ausserhalb auf einem Campingplatz eincheckten. Leider war es immer noch sehr frisch draussen, so dass wir unsere „Dory-Fischfilets“ mit Spargeln, Fenchel und grünem Pesto halt wieder drinnen assen.

 

28. Oktober 2019

Bereits kurz nach 08.00 Uhr klingelte unser australisches Telefon und Apollo meldete sich bei uns. In Eden befindet sich ein „RV Repair Shop“ und wir sollten dort mal vorbeigehen, damit die sich unseren Kühlschrank anschauen konnten. Gesagt, getan und ein Australier, dessen Slang wir kaum verstanden, schaute sich das Ganze tatsächlich an. Er schüttelte bald einmal den Kopf und gab uns zu verstehen, dass er sich nicht an die Reparatur wagen würde. Stattdessen empfahl er uns, die nahe gelegene Firma „Gas Connections“ aufzusuchen, welche genau unseren Kühlschrank im Sortiment hatte. Dort war aber leider der Techniker grad nicht da, so dass Apollo uns mitteilte wir sollten noch mehr Eis kaufen und bis Lakes Entrance (sowieso unser Tagesziel) fahren und im nebenan gelegenen Bairnesdale noch einen anderen Motorhome Repair Shop aufsuchen.

Für uns war ja eigentlich schon längstens klar, dass der Kühlschrank nicht einfach so zu reparieren war, aber schliesslich erhielten wir dort dann die definitive Bestätigung. Der kompetent wirkende Inhaber teilte uns mit, dass der Kühlschrank ausgebaut werden müsse, damit man eine Diagnose was ihm fehlt machen könne. Zudem müsste man Ersatzteile zur Hand haben, welche man bestellen müsse, was minimum 2 Tage dauern würde. Er rief dann Apollo auch grad selber an und sagte Ihnen unmissverständlich „You‘re clients have not the time to wait for that“. Endlich willigte Apollo ein für ein Ersatzfahrzeug zu schauen. Die Dame am Telefon war allerdings absolut ahnungslos wo sich Wilsons Promontory befindet, unser nächstes Ziel der Reise. Es handelt sich hier um meines Erachtens einer der berühmtesten Nationalparks Australiens. So erstaunte es dann auch nicht, dass Sie mich schliesslich zurückrief und mir mitteilte, man habe ein Ersatzfahrzeug und würde uns morgen in Melbourne erwarten. Das ging natürlich gar nicht und ich teilte ihr mit, dass wir ganz sicher nicht die Zeit hätten, bis Melbourne zu fahren und schlug ihr vor, dass wir das neue Motorhome irgendwo unterwegs zum Wilsons Promontory übernehmen könnten. Das konnte Sie am selben Abend nicht mehr organisieren und versprach mir morgen zurück zu rufen.   

Der restliche Tag verlief übrigens recht ereignislos. Die Fahrt führte uns heute mehrheitlich durch Wald, was mit der Zeit recht eintönig wird und einen schönen Campingplatz fanden wir auch nicht. Das machte aber nichts, da wir sowieso wieder drinnen essen mussten (Känguruhsteak, grüne Bohnen und Reis), da es immer noch sehr frisch war draussen.

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