Von Northcliffe Richtung Margaret River führt die Fahrt fast ausschliesslich durch riesige Eukalyptuswälder. Wir wollten Margaret River so rasch wie möglich erreichen, weil ich schon im Vorfeld versucht hatte irgendeine Übernachtungsmöglichkeit zu finden (Hotel, Campingplatz, Airbnb) und dies erfolglos. Vor einigen Tagen hatte ich auch noch bei Ben nachgefragt, ob er eine Idee habe, aber auch das brachte uns keinen Übernachtungsplatz.

Wikicamps (eine sehr empfehlenswerte App für jeden Australienreisenden) sei Dank, fand ich schliesslich etwas südlich von Margaret River Glenbrooke Estate. Hier kann man seinen Camper auf Farmland aufstellen aber es gibt sogar einen Ablution-Block. Es gibt keine fest zugewiesenen Plätze, jeder kann auf dem Stück Land parken wo er will, so dass ich dort die grössten Chancen für einen Platz sah. Der Nachteil: Ben’s Weingut Montague Estate liegt genau in der entgegengesetzten Richtung und wir hätten für die geplante Degustation gerne ein bisschen näher übernachtet. Wir sicherten uns aber erstmal einen Platz in Glenbrooke und klapperten anschliessend noch zwei Campingplätze in der Umgebung von Montague Estate ab, leider ohne Erfolg.

Irgendwann war genug, wir wollten ja auch noch etwas von der Umgebung sehen und so machten wir uns auf den Weg nach Augusta und dem Cape Leeuwin. Augusta ist eine kleine Stadt in der Nähe des Capes mit einigen hübschen Cafés, Ein kleiner Hunger war da, und so teilten wir uns im Café Deckchair einen Fischwrap.

Anschliessend fuhren wir zum Cape Leeuwin, dem Ort an dem sich der Southern Ocean und der Indian Ocean treffen. Zudem ist das Kap auch der südwestlichste Punkt des australischen Kontinents. Der aus Kalkstein erbaute Leuchtturm kann leider nur auf einer geführten Tour von innen besichtigt werden, dazu fehlte uns leider die Zeit.

Auf dem Rückweg zu unserem Campingplatz machten wir noch einen Stopp auf dem Weingut Stella Bella, denn wenigstens eine Weindegustation am heutigen Tag musste sein. Und wir benötigten noch eine Flasche Rotwein für das Nachtessen.

Danach suchten wir uns in Glenbrooke einen schönen Platz aus und genossen den Abend mit leckeren Lammsteak, Saucenkartoffeln und Gemüse, mit einem Cabernet Sauvignons von Stella Bella und vielen Känguruhs, welche bei uns vorbeihüpften oder gemütlich auf dem Feld vor unserem Camper grasten.

Nach einer frostigen Nacht, machten wir uns bald einmal auf den Weg zur Küste. Cape Leeuwin im Süden und das Cape Naturaliste im Norden sind durch die „Cape to Cape Road“ verbunden eine sogenannte „Scenic Route“ von über 120 km Länge. Die Strasse selbst führt mehrheitlich durch Wälder und Farmland, es gibt jedoch überall schöne Abstecher zu Stränden und Felsformationen. Den südlichen Teil waren wir gestern bereits abgefahren, nun fehlt noch der nördliche Teil.

Den ersten Stopp machten wir beim Wyadup Beach & Spa, einen etwas speziellen Badestrand zwischen Felsen. Es hat dort Felsenpools, in denen man badet und von aussen brechen die Wellen (je nach Wellengang) über die Felsen in die Pools. Alles recht spektakulär und deshalb waren auch unheimlich viele Menschen dort.

Nächster Stopp war bei den Canal Rocks, einem Felsenstrand, der sehr schön zum schnorcheln ist. Die Felsen dort sind durch Holzbrücken verbunden und als wir im 2019 dort waren, waren wir praktisch allein. In der Altjahrswoche 2022 war das eine ganz andere Geschichte.

Ziemlich schnell gings deshalb weiter zum Leuchtturm beim Cape Naturaliste. Die Australier sind im Sommer am Beach und nicht bei Leuchttürmen und wir konnten die Umgebung fast alleine geniessen.

Dann war es an der Zeit zum Montague Estate zu fahren wo unser Freund Ben, der seit 2,5 Jahren Estate Manager ist, bereits auf uns mit einem Glas Sparkling Wine wartete. Wir freuten uns darauf seinen Wein zu degustieren und wir wurden nicht enttäuscht. Das Weingut ist wunderschön gelegen, der Wein mundete ausgesprochen und wir konnten uns mit Ben lebhaft über seine Tätigkeiten und alte Zeiten unterhalten. Mit einigen Flaschen Wein und dem Versprechen, sich bald in der Schweiz oder in Australien wieder zu treffen verabschiedeten wir uns gegen Abend vom Montague Estate.

Am Abend in Glenbrooke wurden von uns noch alle Essens-Reste verwertet, während die Känguruhs immer noch vor unserer „Haustüre“ grasten. Dazu gab es einen vorzüglichen GSM vom Montague Estate.

Nun war der letzte Tag mit Camper Wallie angebrochen. Wir mussten unsere Sachen wieder packen und so gut es ging in so wenige Gepäckstücke wie möglich verstauen, bevor wir uns auf die ca. 300 km lange Reise nach Perth machten. Einen kurzen „Dump“-Stopp, und danach einem Cappucchino etwas nördliche von Margaret River im kleinen Örtchen Cowaramup, dann fuhren wir durch bis nach Mandurah.

Mandurah liegt ca. 75 km südlich von Perth und ist wunderschön am indischen Ozean gelegen. Die Wohnquartiere liegen teilweise an Wasserstrassen und am Hafen gibt es viele Möglichkeiten um mit schöner Aussicht gut zu essen. Das machten wir dann auch im Restaurant „Stage Door“ mit einem Teller Prawns, welche wir teilten.

Nun noch die letzten Kilometer und dann hatten wir es geschafft und konnten Wallie im Maui Depot in Perth abgeben. Ein bisschen traurig waren wir schon nach 4’865 km. Am Flughafen Perth übernahmen wir jedoch sofort unser Auto für die nächsten paar Tage: es ist ein Mitsubishi ASX, denn wir „Percy“ getauft haben.

Nun freuen wir uns auf  die nächsten Tage in Perth. Aufs Sylvestern im Sommer, auf ein paar faule Stunden am Strand, gutes Essen und Trinken in den zahlreichen Lokalen in um die City.

Wir wünschen allen Mitlesern einen guten Rutsch ins 2023. Wir melden uns im neuen Jahr mit neuen Geschichten.

Vielleicht gefällt dir auch das:

3 Kommentare

  1. Sehr interessant und spannend! Wir freuen uns schon auf den nächsten Bericht mit sehr schönen Fotos! Viele liebe Grüsse und Küsse von uns Zwei

  2. Liebe Wehrlis!
    Ganz herzlichen Dank für eure lieben Glückwünsche zum 2023.
    Den Montagsturnern konnte ich diese am Montag ausrichten.
    Im Moment bin ich daran, euren tollen Reiseblog zu lesen. Ich kann nur sage „Chapeau“!
    Wir wünschen euch weiterhin eine gute Zeit. Liebe Grüsse aus Uttigen.
    Walter und Rosmarie

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert