Esperance hat uns sehr gut gefallen. Trotzdem mussten wir nach drei Nächten Abschied nehmen und weiterreisen. Unsere Reise führte nun weiter der Südküste entlang Richtung Westen. Am Quagi Beach beim Stokes Nationalpark machten wir einen kurzen Frühstücksstop. Bei den Beaches hat es praktischerweise immer Picknicktische und Toiletten und wir hatten unser «Haus» und unsere Küche ja dabei.

Zügig gings weiter bis nach Hopetoun einem kleinen Küstenort am Osteingang zum Fitzgerald River Nationalpark. Zu unserer Verwunderung war sogar ein Café im sonst ausgestorbenen Ort geöffnet, so dass wir uns einen Cappuccino to go gönnten. Am 25. Dezember sind nämlich in Australien üblicherweise alle Restaurants und Läden geschlossen. Es ist der einzige Festtag im Jahr, an dem dies der Fall ist.  Viel mehr als eine Mainstreet und einen langen Sandstrand östlich vom Ort hat Hopetoun aber nicht zu bieten und so machten wir uns auf Richtung Eingang des Nationalparks.

Die Strasse führt entlang des Culham Inlets und Beach. Also erstmals einen Stop, um am Strand den riesigen Wellen zu zusehen, wie sie brachen und manchmal sogar über die etwa 3 Meter hohen Sanddünen ins Inlet schwappten.

Am Parkeingang zum Fitzgerald River Nationalparks kauften wir uns einen 5 Tages Nationalpark-Pass am Automaten und dann gings los mit dem Scenic Drive durch den Park. Zuerst kamen der Four Mile Beach und der Barren Beach und etwas oberhalb der Barrens Lookout der nochmals einen grandiosen Blick über Barrens Inlet und Beach bietet. Zudem liefen wir einen gleich dort angelegten Fussweg ab der einen sehr nahen Einblick in die Flora zulässt. Der ca. 3’300 km2 grosse Nationalpark besitzt eine einmalige Pflanzenwelt, bei dem mehr als 60 endemische Pflanzenarten entdeckt wurden, die es fast nur dort gibt. So ist es irgendwie nicht nachvollziehbar, dass der englische Entdecker Edward John Eyre fand, dass die Landfläche, die den heutigen Park umfasst «barren» (unfruchtbar) aussah.

Der nächste Stop war beim Cave Point, einem spektakulären Lookout mit Sicht über den Park und die Küstenlinie. Es wurde dort eine Art Gallerie gebaut die dem Besucher einen direkten Blick hinab auf die tosenden Wellen die sich an den steilen Küstenfelsen brechen erlauben.

Danach war es für uns an der Zeit unseren Campingplatz beim Hamersley Inlet aufzusuchen. Den hatten wir am Vorabend noch gebucht und uns Platz Nr. 9 gesichert. Der Campingplatz liegt windgeschützt zwischen Bäumen am Inlet, ideal bei den Windbedingungen, die am Weihnachtstag wieder geherrscht haben.

Nun konnten wir den Abend gemütlich zu Zweit bei einem unserer traditionellen Nachtessen verbringen: Schweinsfilet, Kartoffelstock und Gurken-Tomatensalat.

Heute Morgen machten wir uns bei wolkenverhangenem Himmel auf den Weg Richtung Albany. Die Fahrt führte zuerst wieder zurück über Hopetoun und danach nach Ravensthorpe, wo wir wieder ein bemaltes Silo fotografieren konnten. Danach fuhren wir über 200km durch recht eintöniges Farmland das sich mit Busch und Wald abwechselte. Kurz vor Albany bei King River lag unser Campingplatz, bei dem wir noch den letzten freien Platz sichern konnten. Nun konnten wir ohne Stress noch die restlichen 12 km bis Albany in Angriff nehmen um uns als erstes einen kleinen Lunch im Städtchen zu genehmigen, dann den Einkauf im Woolworths erledigen und danach machten wir uns auf den Weg in den Torndirrup Nationalpark. Der kleine Park liegt nur ca. 20 Autominuten von Albany entfernt. Und es gibt einige spektakuläre Sehenswürdigkeiten zu besichtigen. Gleich als erstes bogen wir zur Natural Bridge und the Gap ab. Auf der rechten Seite vom Besucherparkplatz befindet sich die natürliche Felsenbrücke und auf der anderen Seite «The Gap» die Lücke, ein 40 Meter langer, 25 Meter breiter und 25 Meter tiefer Riss im Fels. Auf einer Besucherplattform steht man auf 40 Meter Höhe über diesem Gap und bewundert wie die Wellen hineindonnern.

Es gibt auch noch weitere sehenswerte Fotostopps, die wir allesamt abklappterten.

Die Blowholes mussten wir uns mit einem 1,5km langen Fussmarsch (retour) und 78 Treppenstufen verdienen. Ich hatte bereits einige «Blowholes» gesehen und dementsprechend war auch meine Erwartungshaltung. Ziemlich auf Meereshöhe klatschen Wellen auf Felsen, das Wasser wir durch eine Höhle gedrückt und findet dann üblicherweise etwas weiter einen vertikalen Ausgang, wo das Wasser wie eine Fontäne hoch zischt.

Hier waren wir sicherlich 30 MüM und auch recht weit weg von der Brandung. Ein riesiger Fels, der sich gegen das Meer hinab senkte, wies eine Spalte (halber Meter Breit und mehrere Meter lang) auf und da raus zischte und fauchte es furchterregend begleitet mit Sprühregen wenn viel weiter vorne eine Welle aufschlug. Ich kann mir vorstellen, dass dieses Blowhole auch richtig Wasser speien kann, aber dann muss ein wesentlich heftiger Wellengang vorherrschen. Gelohnt hat es sich auf jeden Fall, schon weil man direkt zu diesem Loch hingehen kann…

Der Besuch im Nationalpark endete mit einem kurzen Walk auf den Stony Hill und einem Fotostop am Frenchman Beach. Danach machten wir uns auf den Weg zurück nach King River. Am Abend gabs die restliche Pastasauce von den Bunda Cliffs (natürlich) mit Pasta und frischen Crevetten.

Westlich von Albany liegt das beschauliche Städtchen Denmark, welches unser erster Stop am nächsten Morgen war. Wir waren so früh unterwegs, dass noch nicht viel los war, doch die Café’s waren bereits offen und so gönnten wir uns einen frisch gebrauten Cappuccino.

Kurz nach Denmark folgt der William Bay Nationalpark mit ein paar schönen Fotostops und kurzen Walks. Ganz zuhinterst befindet sich die Madfish Bay und der Waterfall Beach (mit einem kleinen Wasserfall, wie der Name ja auch sagt). Bei schön blauem Himmel wären beide Strände wohl optimal zum Baden geeignet. Da wir aber wieder einmal mit einem bedeckten Himmel und dem unsäglich kalten Wind vorlieb nehmen mussten, liessen wir das Bad sein. Tatsächlich gibt es Leute, die das kalte Wetter nicht abschreckt und die sich ins kalte Nass stürzen.

Etwas weiter vorne, wieder gegen die Hauptstrasse zu, liegen die zwei Hauptsehenswürdigkeiten von Denmark: Die Elephant Rocks und Greens Pool. Ein schöner Fussweg führt zu beiden Badebuchten, die sogar mit bedecktem Himmel sehr fotogen aussehen und die auch entsprechend gut besucht waren.

Nach diesem Stop gings weiter, etwas Richtung Inland ins Land der gewaltigen «Tingle Bäume» oder Eucalyptus Jacksonii. Diese riesigen Bäume stammen noch aus der Zeit des Riesenkontinent Gondwana und sind die letzten Überlebenden dieser Art. Über den «Valley of the Giants Tree Top Walk» kann man auf sechs Metallhängebrücken von jeweils 60 Metern Länge und in einer Höhe von Maximum 40 Metern durch die Wipfel der Baumriesen spazieren. Die Konstruktion ist nichts für Leute mit Höhenangst, da der Boden aus Gitterrosten besteht und die Konstruktion zudem beim Gehen schwankt. Dies wurde bewusst so konstruiert um die im Wind schwankenden Bäume zu simulieren. Für uns jedenfalls sehr beeindruckend.

Zusätzlich zum Tree Top Walk kann man auf dem «Ancient Empire Walk» am Boden durch die Bäume wandern. Dort sieht man dann auch, dass viele der Riesen durch Buschfeuer ausgehöhlt sind. So ein 400 Jahre alter Baum hat sicherlich schon ein paar dieser Feuer miterlebt, umso erstaunlicher ist, dass die Riesen trotzdem noch leben.

Mittlerweile sind wir in der Nähe von Northcliffe im «Northcliffe Bushcamp» eingecheckt. Die Campingplätze sind mitten im Wald, schön verteilt. Man kann sich seinen Platz irgendwo im Gelände aussuchen und nun geniessen wir noch ein paar Sonnenstrahlen, bevor wir mit dem Kochen beginnen. Heute gibt es ein schönes Porterhouse Steak mit viel Gemüse und Salat.

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