22.12.2022
Der Camping in Norseman ist ein typischer Durchgangsplatz um in dem riesigen Land von Ost nach West oder umgekehrt zu kommen. Mir viel auf, dass einige der Camper entweder wenig dabeihatten (ein Auto und Zelt) oder Proficamper mit SUV’s und Allterain-Wohnwagen waren. Wir beide wollten nicht ausschlafen aber sicherlich nicht bereits bei Sonnenaufgang, und der ist nun mal bei der Zeitumstellung im Westen bereits kurz nach halb fünf, aufstehen. Als ich so um viertel vor Sieben aus unserem Camper kam, waren von den am Abend zuvor sehr gut besetzten Stellplätzen, bereits die Hälfte wieder leer.
Egal, unser Takt war klar, Kaffee / Tee und Eierfrühstück, weil wir noch keinen Honig hatten, dann zusammenpacken und südwärts auf die Piste Richtung Esperance. Diese Stadt soll für unsere nächsten Tage der Ausgangspunkt sein, um den Cape Le Grand Nationalpark und dessen Umgebung zu erkunden. Erstmals ist wieder Grosseinkauf angesagt und dann noch kurz die sehr gepflegte Promenade an der Bucht mit einem Museumsdorf durchschlendert und mit einem kleinen Mittagsstopp (Croque-Madam) abgerundet. Danach war eigentlich die Idee eine der free Campsites (no facilities) ausserhalb aufzusuchen, da um die Weihnachtszeit sowieso alles ausgebucht ist (Sandra hatte von daheim noch erfolglos versucht etwas zu buchen). Die Fahrt dorthin zog sich für meinen Geschmack sehr sehr weit. Etwas öde Landschaft und die letzten Kilometer noch Dirtroad, die für unseren Wallie eigentlich nicht zumutbar ist. Angekommen ein trauriges Bild: im Busch etwas freie Flächen, der Boden von 4×4 Fahrzeugen wie ein Acker bearbeitet und überall waren noch so kleine Reste von Abfall zu sehen. Ja sonst war nichts zu sehen, klar das Meer war nicht so weit, vielleicht 200m hinter der hohen bewachsenen Düne, aber eben, irgendwie passte es nicht. Somit rechtsumkehrt und zurück, denn auf dem Wege hierhin haben wir ein Schild mit einer Campingplatz gesehen. Nach Sandra’s Recherche eine recht bekannter und bei Aussies beliebt, nämlich mit dem vielversprechenden Namen «Duke of Orleans» natürlich bei der «Bay of Orleans». Also, mit etwas Glück haben die für eine Nacht noch ein kleines Plätzchen für uns und siehe da, bei der Reception sagte uns der Kollege, dass noch ein Platz frei sei. Cool, sogar powered, und nahe am Meer.
Wir richteten uns ein und hatten von nun an Kino… diese Australier, die spinnen… die richten sich mit Unmengen an Equipment, so richtig wie eine Zeltstadt ein. Fast wie früher in der Pfadi, bei einem Bula. Ringsum Zelte, (kleine und grosse) Vorzelte und Zentral ein Gemeinschaftszelt. Rundum Autos, Velos und sogar Boote auf Trailern. Da treffen sich ganze Familiengenerationen fürs bevorstehende Weihnachtsfest. Wir beide haben für uns ganz gemütlich Lammsteaks an Champignonsauce mit Gemüsereis zubereitet und leider den Abend wegen dem sehr bissigen und kalten Wind mehrheitlich drinnen verbracht.

23.12.22
Der Cape Le Grand National Park stand heute auf unserem Tagesprogramm. Der Park umfasst die ganze Spitze des Kaps und ist mit Stichstrassen zu den einzelnen Sehenswürdigkeiten, wie Strände, Buchten, Berggipfel, Lookouts und vieles mehr erschlossen. Von unserem «Duke» Campground starteten wir erstmals wieder in Richtung Esperance, um dort einen Campground in der Agglomeration der City zu ergattern. Langsam, aber sicher wussten wir, dass für einzelne Nächte doch immer irgendwo ein Plätzchen frei ist für uns… Nachdem das erledigt war, gings zum Cape… Nach einer knappen Stunde Fahrzeit durch landwirtschaftlich genutztes Gebiet, kam nun Natur pur und das Häuschen, wo wir den Eintritt bezahlten. Danach gut ausgeschildert, dem ersten Strand, Le Grand Beach, entgegen. Kurz davor ein Parkplatz, Wallie zurückgelassen und die paar Schritte zu einer eindrücklichen Szenerie. Ein Beach so lang und breit, weisser feiner Sand, mit türkisblauem Meer und… natürlich wie die Aussies sind… Mit deren SUV’s direkt darauf geparkt, Stühle und Sonnenschirme aufgestellt.


Trotzdem perfekt und fast schon kitschig und so gings weiter, einige Kilometer zu den nächsten Stränden wie, Hellfire Beach, Frenchman Peak, Lucky Bay und Rossiter Bay, wobei ausser Lucky Bay alle anderen Strände «Autofrei» sind. Alle Aussichten einzigartig und einfach nur wunderschön.




Der Höhepunkt für uns war die geplante Wanderung (ein Teilstück des Costal Walk Trails mit über 20km). So liessen wir Wallie auf dem Parkplatz bei Lucky Bay zurück und liefen Richtung Thistle Cove. Vom Strand weg führte ein gut beschilderter Wanderweg durch Busch in die Höhe über Steine, Felsen und Hügel um dann auf ca. 100 MüM der schroffen Küste mit kleinen versteckten Buchten und bizarren Felsformationen zu folgen. Immer das Rauschen und Klatschen der Wellen im Hintergrund, unten, vor und hinter uns, bis es dann wieder runter zum Strand «Thistle Cove» ging. Der weisse Sand, das blaue Meer, eine Augenweide die mit zahlreichen Bildern festgehalten werden musste. Dann noch kurz zum dort ansässigen Whistling Rock und dann gings den gleichen Wanderweg zurück.





Nach über 2 Stunden endlich wieder bei Wallie angekommen, waren wir so richtig aufgeheizt, Also die kurze Fahrt zum ersten Strand zurück, ja den mit den Autos drauf, um dort ein Bad im Meer zu nehmen. Ganz kurz habe ich mir überlegt mit Wallie auch auf den Strand zu fahren, der Sand war so kompakt, das dies möglich wäre, aber ein Motorhome auf dem Strand, wo nur 4×4 der Aussies drauf sind, wie peinlich, wenn ich Wallie doch noch versenkt hätte…
Badehose an und ab in die Wellen, ja bei nur 18 Grad Wassertemperatur brachte dies etwas Schwung, aber dann war es einfach nur herrlich.



Erfrischt und mit einem Tag mehr Erlebnissen im Rucksack gings zurück auf den heute Vormittag gebuchten Campground. Dort dasselbe Bild: australische Familien (mehrere Generationen) bauen ihre Zeltstadt auf und wir zwei köcheln uns gemütlich ein Eyefillet Steak mit Grillgemüse…
24.12.22
Mit Rührei und Speck, zubereitet auf dem Gaskochfeld outdoor am Camper, starteten wir in den Heiligabend. Zuerst wie zuhause, erstmals Einkaufen, da Weihnachten auch hier alles zu ist. Das Bild ebenfalls wie zuhause, bereits um Acht Uhr der Laden überfüllt mit Leuten und deren Wägen proppe voll.

Unsere überschaubaren Einkäufe verstaut und ready mit Wallie, den ausserhalb von Esperance beginnenden «Great Ocean Drive» abzufahren. Nein, nicht so lang, wie die am Start unserer Reise gefahrenen Great Ocean Road, aber doch mit einigen stattlichen Lookouts, Felsen und Strände.







Diese hatten wir mit kleinen Spaziergängen kurz nach Mittag abgeklappert und machten uns für einen kleinen Happen ins 33 Degrees (Bar, Restaurant). Danach einen längeren Walk der gesamten Promenade entlang bis zur erst vor einem Jahr neu eröffneten Jetty und zurück.




Heute werden wir Wallie untreu. Da wir im Vorfeld nicht wussten, ob wir am 24ten eine Übernachtung auf einem Campingplatz finden hat Sandra das letzte verfügbare Hotelzimmer in Esperance, direkt an der Promenade gebucht. Nun haben wir im Comfort Inn eingecheckt, fürs Nachtessen einen Tisch reserviert und freuen uns auf einen gemütlichen Abend.
Merry Christmas!

Sieht geil aus:-) Geniess es und Merry Xmas
Wir sind voll dabei, wunderschöne Fotos, super intressanter Bericht! Viele liebe Grüsse und Kùsse vo üs Zwöi