Nachdem wir am 20. Dezember noch den wunderschönen Sonnenuntergang in der Laura Bay genossen hatten, ging die Action los. Weit weg auf der anderen Seite der Bucht konnte man nun in der Dunkelheit Blitze beobachten und dem Donner zuhören. Es schien ein gewaltiges Gewitter zu wüten. Wir sassen noch lange draussen vor dem Camper und sahen den Naturgewalten zu. Irgendwann nach 22.00 Uhr zog es uns dann doch in den Camper und ins Bett. Gegen 23.00 Uhr war das Gewitter über uns und wütete sicher 2 Stunden lang. Mir tat die junge Familie leid, die ca. 100 Meter neben uns zeltete. Irgendwann war das Gewitter weitergezogen und wir konnten endlich schlafen.

Am Morgen konnte es nun losgehen mit einem langgehegten Traum: dem Befahren des Eyre Highways von Ceduna nach Norseman in Western Australia. Es sind ca. 1’200 km zu bewältigen und die Strecke führt über die Nullarbor Plain. Diese weite trockene Ebene deren Name «keine Bäume» bedeutet ist alles andere als nur langweilig. Die eigentliche Nullarbor erstreckt sich gar nicht so weit (gute 100km) und endet von Osten her beim Roadhouse Nullarbor. Uns ist auch aufgefallen, dass genau in diesem Abschnitt keine Bäume, sondern nur niedrige Büsche zu Sichten waren. Der Rest ist gar nicht «Baumlos» und die Landschaften ändern sich von flach bis leicht hügelig, während der Fahrt laufend, wie folgend in einigen Abschnitten erläutert…

Etwa 75km nach Ceduna folgt die Kleinstadt Penong mit seinem Windmühlen-Museum. Einige engagierte Einwohner haben in einem kleinen Park alte Windmühlen aus ganz Australien aufgestellt. Einen kurzen Stop war uns dies auf jeden Fall wert.

Kurz nach Yalata (Roadhouse) folgt eines der Wahrzeichen der Nullarbor, ein australisches Strassenschild mit Wildtieren, welche die Strasse überqueren könnten. Natürlich mussten wir auch dieses Schild fotografieren. Allerdings ist uns keines der Tiere auf der ganzen Strecke vor den Camper gelaufen.

Als nächster Stop folgte das Nullarbor Roadhouse. Gerade richtig zur Mittagspause trafen wir dort ein. Nachdem wir uns mit einem Burger gestärkt hatten und im Souvenirshop einen Stubbyholder und zwei Mückennetze gekauft hatten, gings weiter immer näher Richtung Meer und den Bunda Cliffs. Immer wieder gibt es Abzweigungen, welche direkt an den Rand der Klippen führen. Man sieht richtig gut, dass Australien einmal Teil eines grossen Kontinents war. Es ist eine Abbruchkante und nach den bis 80m hohen Klippen gibt es bis zur Antarktis kein Land mehr. Man steht sozusagen am Ende der Welt. Das Tolle ist, dass man in Australien wild campen kann und sich deshalb auch einen Platz zum Übernachten am Klippenrand suchen kann. Etwa 110km vom Nullarbor Roadhouse entfernt fanden wir den wunderschönen Platz. Er wäre perfekt gewesen, wenn nur nicht das Wetter wieder umgeschlagen hätte. Statt also gemütlich draussen zu sitzen und die spektakuläre Aussicht zu geniessen, sassen wir in unserem Camper und kochten Gemüse.

Das hat einen einfachen Grund. Rund 70 km von unserem Schlafensplatz wartete am nächsten Morgen die Disease Control von Western Australia auf uns. An der Grenze der beiden Bundesstaaten werden alle Reisenden kontrolliert bzw. der Kühlschrank und die Schränke werden inspiziert, damit ja kein frisches Gemüse, Früchte oder Honig den Weg nach Western Australia finden. Damit will man gewissen Krankheiten vorbeugen und macht das glaube ich auch ganz erfolgreich. Deshalb haben wir bei den Bunda Cliffs noch eine Pastasauce mit viel Gemüse vorgekocht und im Tupperware mit über die Grenze genommen.

Nach der kurzen Inspektion des Kühlschrankes und der Schränke wünschte uns der Grenzwächter jedenfalls ein freundliches «Welcome to Western Australia and merry Christmas». Nun wir auch noch einen Zeitsprung von 2,5 Stunden hinter uns. Während South Australia 9,5 Stunden vor der Schweiz ist, sind es in Western Australia nur noch 7 Stunden. Um das ganze noch etwas komplizierter zu machen: eigentlich stellten wir von der Grenze bis nach Caiguna die Uhr 1 ¾ Stunden vor und danach noch einmal 45 Minuten. Für uns viel zu kompliziert…

Nach 380 km Fahrt mit kurzen Stops bei allen Roadhouses erreichten wir das nächste Highlight. Die längste gerade Strecke in Australien mit 90 Meilen bzw. 146,6 Kilometern eine für uns Europäer gewaltige Länge. Ohne eine einzige Kurve bis kurz vor Balladonia bewältigten wir auch dieses Teilstück, inklusive einer Fotosession am Strassenschild.

Nun hatten wir es fast geschafft aber wir wollten noch bis Norseman kommen. Die kleine Stadt wurde gebaut, nachdem das Pferd «Norseman» ein Goldnugget hervorscharrte, sein Besitzer dies entdeckte und daraufhin der Goldrausch ausbrach. Noch heute gibt es zahlreiche Goldminen rundherum. Das interessierte uns herzlich wenig, wir waren glücklich als wir nach fast 800 km Fahrt auf dem Campingplatz von Norseman noch einen Platz ergatterten. Bei der Pasta mit Gemüse-Tomatensugo, einem guten Glas Wein und einem schönen Sonnenuntergang liessen wir diesen ereignisreichen Tag ausklingen. Übrigens kam im Kühlschrank noch ein Päckchen mit Champignons zum Vorschein. Weder wir noch der Inspektor an der Grenze hatten es entdeckt.

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1 Kommentar

  1. Unsere Lieben, wir sind voll dabei auf Eurer sehr Intressanten Reise! Wir verfolgen die intressanten Berichte gespickt mit wunderschönen Fotos wie immer mit sehr grossem Interesse! Wir wünschen Euch wunderschöne Festtage, weiterhin schöne, glückliche Erlebnisse! Viele liebe Grüsse und Küsse von uns Zwei

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