18.12.2022

Vor der Abfahrt am Morgen gab es noch eine Schrecksekunde: Wir haben ein Ladegerät, mit dem wir unsere Geräte während der Fahrt über den Zigarettenanzünder laden können. Vor dem Losfahren bemerkten wir, dass die zwei Handys die wir angeschlossen hatten nicht luden und Adi fand schnell heraus, dass der Stecker defekt war und keinen Kontakt mit dem Anzünder herstellen konnte. Da wir die nächsten Tage oft keinen Strom auf dem Campingplatz haben würden, war das recht fatal und ich bin froh, dass ich einen Ehemann habe, der in solchen Situationen weiss, was zu tun ist. Mit einer Büroklammer und mit Hilfe einer Zange konnte er das Problem rasch beheben und mit einer halben Stunde Verspätung machten wir uns auf den Weg Richtung Süden.

Die Eyre Peninsula befindet sich westlich von Adelaide und ist fast so gross wie Tasmanien. Aus Zeitgründen konnten wir also nicht bis ganz an den Zipfel nach Port Lincoln fahren und hatten uns deshalb entschieden auf der Ostseite bis Cowell zu fahren und danach durchs Landesinnere bis an den Westen nach Elliston.

Den ersten Stop gabs aber in Whyalla einem Ort, dass sich das Cuttle Fish Capital von Südaustralien nennt. Cuttle Fish sind grosse Tintenfische und man kann tatsächlich zwischen Mai und August mit diesen Kreaturen tauchen. Während des restlichen Jahres ist der Ort recht verschlafen, es wurde jedoch eine neue moderne Seebrücke gebaut, die wir kurz besichtigten.

Nach einer zweiten kurzen Pause in Cowell (es hat dort ein schön bemaltes Silo zum Fotografieren) und zum tanken stachen wir Richtung Landesinnere. Die Fahrt führte nun durch ein Gebiet mit viel Landwirtschaft und Farmen. Hier mal eine Kurve, dort ein Hügel und so alle 50 km eine kleine Ortschaft. Nach 200 km von Ost nach West waren wir wieder am Meer.

Unterwegs hatte ich tatsächlich noch einen Campingplatz im Waterloo Tourist Park in Elliston buchen können. Elliston selber ist klein, aber malerisch gelegen mit einem schönen Sandstrand. Ein Strand perfekt zum Baden, wenn nur nicht das Wetter schon wieder gewechselt hätte. Vom Landesinnern mit 35 Grad erlebten wir einen Temperatursturz innerhalb kürzester Zeit auf 22 Grad an der Küste. Dunkle Regenwolken waren aufgezogen und wir mussten uns vom Sommer verabschieden.

In Elliston kann man aber nicht nur Baden, es hat einen wunderschönen Ocean Drive. Die 12km lange Route führt vorbei an Lookouts mit schönen Felsformationen und Kunstwerken mit einem Bezug zum Meer. Auch bei Nieselregen hat uns diese Fahrt gut gefallen. Anschliessend liefen wir noch ein paar Schritte am schönen Badestrand entlang, bevor wir uns an die Zubereitung des Abendessens machten.  Bei Aprilwetter (mal Regen, mal Wind und viele Wolken) verbrachten wir den Abend mit einem guten Abendessen: Rumpsteak, Kartoffelsalat und grüne Bohnen.

19.12.22

Die Nacht war ruhig, etwas windig und für unsere Verhältnisse warm, nämlich über 20 Grad. Somit keine Probleme aufzustehen, kurzes Frühstück und dann führte uns der der Weg weiter nordwärts immer dem Flinders Highway entlang. Regen und Wolken wechselten sich ab aber trotzdem waren die Temperaturen meist deutlich über 20 Grad.

Zuallerst machten wir einen Stop bei den Talia Caves mit den beiden Hauptsehenswürdigkeiten „Woolshed Cave» und «the Tub». Beides sind Höhlen aus Limestone die über Jahrtausende durch Erosion und Wellen entstanden sind. «The Tub ist ein kreisrundes Loch, dass eingestürzt ist, dadurch ist die Höhle auch verschüttet.

Danach gings weiter bis zu «Murphys Haystack» etwas weg von der Küste. Es sind Gesteinsformationen auf Farmland. Scheinbar heisst der Farmer Murphy und Haystack bedeutet so viel wie Strohballen.

Nach einem kurzen Spaziergang durch die Haystacks bei starkem Wind und einsetzendem Regen machten wir uns auf den Weg nach Streaky Bay einem hübschen Küstenort. Im Café Drift bestellten wir zuerst einmal einen Capucchino und beschlossen dann ein kleines Mittagessen zu uns zu nehmen. Draussen regnete es sowieso. Die Portion Oyster Kilpatrick und die tasmanischen Jakobsmuscheln schmeckten ausgezeichnet und frisch gestärkt machten wir uns an die letzte Etappe bis kurz vor Ceduna.

Wir hatten uns bereits beim Mittagessen entschieden auf dem Campingplatz im Wittelbee Conservation Park zu übernachten. Der Park liegt auf einer Landspitze, die ins Meer ragt in wunderschöner Lage ist jedoch nur für sogenannte «selfcontained Camper» geeignet. Es hat keine Toiletten und Duschen und auch kein Strom. Dafür ist er schön abgelegen und ruhig.

Mittlerweile ist die Sonne wieder hervorgekommen und wir sitzen vor unserem Camper direkt am Meer mit dem Blick Richtung Westen und blicken auf einen schönen Sonnenuntergang. Morgen wollen wir in Ceduna noch die letzten Vorräte aufstocken und dann starten wir auf dem Eyre Highway zur Nullarbor Plain.

 

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