Vor ziemlich genau sechs Wochen sind Adi und ich mit dem Zug am Walensee vorbeigefahren (auf der Rückreise von Davos). Dabei entstand der Plan irgend einmal ein Wochenende am Walensee zu verbringen. Das dies so schnell in die Tat umgesetzt würde, hätten wir allerdings nicht gedacht.
Der Walensee in der Ostschweiz verbindet die beiden Kantone St. Gallen und Glarus. Am Nordufer erhebt sich beinahe senkrecht die Bergkette der Churfirsten. Die steil und teilweise über 1000 Meter hoch aus dem See ragenden Felswände machten den Walensee seit der Antike verkehrstechnisch zu einer grossen Herausforderung. Daher sind die Strassen entlang des südlichen Seeufers heute teils in die Felswände gehauen, führen durch Galerien und Tunnels und bieten überraschende Ausblicke. (Quelle: Schweiz Tourismus)

Mit den Kursschiffen der Schiffsbetriebe Walensee kann man den ganzen See befahren und z. B. das abgeschiedene Dorf Quinten besuchen, welches nur zu Fuss oder mit dem Schiff erreichbar ist. (Die Nordseite des Sees ist nur zum Teil mit dem Auto erreichbar)
Um 11.15 Uhr legte das erste Kursschiff in Walenstadt mit uns an Bord ab. Auf der Fahrt genossen wir ein Apéro und ich machte Bekanntschaft mit dem Quintener Weisswein.


Um 12.00 Uhr hatten wir im Restaurant Schifflände in Quinten einen Tisch reserviert. Bei der Einfahrt in den Hafen wurden wir von einer Blasmusik begrüsst. Keine Ahnung ob das in Quinten normal ist, wenn das Mittagsschiff einfährt oder ob es einfach Zufall war. Auf jeden Fall gabs für uns leckere Fischknusperli und noch mehr vom vorzüglichen Quintener Wein. Man merkt ihm das mediterrane Klima an, denn nebst Trauben wachsen in Quinten auch Feigen, Kiwi, Palmen und andere südliche Pflanzen.


Nach dem Essen besichtigten wir noch das kleine Dörfchen, dass ausser ein paar Wohnhäusern über mehrere Restaurants, kleine Dorfläden und viel Weinreben verfügt.



Richtung Osten führt ein Wanderweg, der teilweise in die Felswand geschlagen ist, bis zur nächsten Schiffstation Au-Quinten. Die einfache Wanderung dauert ca. 25 Minuten und war gerade richtig zum verdauen und auch für Adi gut machbar.

Von Au gings mit dem Kursschiff weiter wieder westlich an den Seerenbachfällen (überwinden in drei Stufen 600 Höhenmeter) bei Betlis vorbei bis nach Weesen. Dort stiegen wir auf den Bus um, der uns nach Ziegelbrücke brachte. Mit dem Aare-Linth Express gings dann innerhalb von 15 Minuten zurück nach Walenstadt.

Mittlerweile waren wir von der Schifffahrt an der prallen Sonne ziemlich erhitzt. Da half nur noch ein Sprung in den kühlen Walensee bei unserem Campground. Schön abgekühlt geniessen wir nun die immer noch warme Abendsonne beim nächsten Apéro. Schon bald werden wir den Grill anwerfen und morgen geht die Reise weiter Richtung Toggenburg.
