21.1.23

Diesen Tag können wir vollumfänglich für die Erkundung der Insel nutzen. Mit unserer geplanten Route in den Norden, müssen wir nicht mal besonders früh aus den Federn, weil die aktuellen Gezeiten des Süd-Pazifik die Beach-Route erst ab 10:00h erlauben. Klar ist das eine Vorgabe des Vermieters, an die wir uns halten, obwohl die Aussies dies wohl eher ignorieren. Als wir dann ein paar Minuten vorher, direkt aus dem Resort auf den Beach-Highway abbiegen, scheint dieser doch noch recht schmal. Trotzdem eine riesige Freude und Begeisterung in mir, 60km Strand vor mir… ein unbeschreibliches Feeling diesen abzufahren. Die Wellen auf der linken Seite, das ideale Band zum Fahren und rechts der trockene, tiefe Sand, bevor die Böschung mit Sträuchern und Büschen beginnt.

Wir kommen gut voran, und lassen bewusst mal alle Stopps links liegen und ziehen durch bis zum nördlichsten Punkt, den wir anfahren dürfen, den Champagne Pools. Die Strecke am ganzen Strand entlang wird zweimal mit einer kleinen Umfahrung ins Inland, nur wenige 100m unterbrochen, aber diese haben’s in sich. Es sind schmale sandige Track die über harten Boden (Sandstein) die Klippen umrunden. Alles Easy, wenn da nicht der doch sehr rege Verkehr wäre. Hinter und vor mir Autos, entgegenkommend ebenfalls unzählige und diese stauen sich natürlich bei den engen Stellen. Aber eben, Erlebnis pur…

Bei den Pools angekommen erstmals einen Parkplatz finden, irgendwo im vom Busch befreiten Sand etwas im Landesinnern, dann sofort Badetuch und Handy packen (Badehose hatten wir vorsorglich bereits am Morgen angezogen) und ab zu den Champagne Pools. Eigentlich doppelt schade, weil gerad jetzt nur noch Wolken am Himmel hingen und sich gleich noch Buslandungen von Touris entleerten. Nun denn, es war warm und wir sprangen in diese natürlich geschützten Tümpel, die durch den starken Wellengang permanent mit frischem Meerwasser über einen flachen Felsen hinweg befüllt werden. Champagner, weil dadurch das Wasser aufschäumt und im Pool wie «Blätterliwasser» ankommt. Nach den obligaten Bildern gings mit Jamie auf der gleichen Strecke zurück.

Nächster Stopp war der Red Canyon, hübsche Sandsteinformation mit unterschiedlichen Farben. Danach die Pinnacles, ebenfalls sehenswerte Formationen.

Erstaunt waren wir, dass am Strand zwischendurch tatsächlich Dingos zu sehen waren. Diese Hundeart ist nicht wirklich endemisch, sondern ein vor Jahrtausenden verwilderter Haushund mit vermutlicher asiatischer Abstammung. Der Dingo auf Fraser Island ist anscheinend der reinrassigste seiner Art in Australien.

Sehenswert auf unserer Beachfahrt zurück, war das Schiffswrack der S.S. Maheno. 1935 bei einem Zyklon manövrierunfähig an den Strand gespült und seitdem eine grossartige Attraktion und Fotostopp rostet das Skelett vor sich hin.

Weiter gings zum Eli Creek, dem grössten Bach, der aus dem Inselinnern ins Meer fliesst. Glasklares Wasser in einem rund zwei bis drei Meter breiten Bett, maximal hüfttief, windet er sich durch Büsche und Wald dem breiten Sandstrand entgegen. Speziell ist, dass man bis zu einem gewissen Punkt dem Bachlauf hinauf folgen kann um dann sich entweder schwimmend, im Luftring oder laufend zum Meer hintreiben lassen kann. Sehr romantisch, leider auch sehr überfüllt mit Touris.

Und dann waren wir auch wieder im Resort, wo bei nun herrlichem Sonnenschein noch kurz ein Sprung in den Pool anstand. Jetzt geht’s ans Kochen mit einem Lamm-Leg-Steak und Gemüse.

22.1.23

Heute müssen wir die Insel bereits wieder verlassen. Auf dem kürzesten Weg, das heisst auf dem «Beach-Highway» ist dies gemäss Gezeitentabelle erst ab 10:50h erlaubt. So lange können wir beide gar nicht ausschlafen und wollen deshalb auf demselben Track durchs Landesinnere zurück, und zwar bis Dilli Village Campsite. Dies so getimed, dass ab dann Beachfahrten möglich sind. Eigentlich wollten wir in der Nähe des Lake McKaenzie noch einen Abstecher zum Lake Wabby machen, es zeigte sich aber rasch, dass der Weg (Retour) zu viel Zeit in Anspruch genommen hätte und so umrundeten wir nur noch den Lake McKenzie. Weil inmitten dieses dichten Waldes nur Sandgeleise sind und kreuzen vielerorts fast unmöglich ist, musste das Inselmanagement die Fluten von SUV’s lenken und tat dies, indem viele der Strecken one Way sind. Der Track im Dschungel nach Dilli Village hat aber Gegenverkehr, ratterte, holperte und ging ewig, eben wieder ca. 2½ Stunden.

Nun noch den Rest am Meer entlang, bis zur Fähre. Wegen des weniger breiten Strandstreifen und dem etwas steiler abfallenden Strand, ist deutlich zu sehen, dass hier ein Befahren bei Flut unmöglich ist. Zum Teil sind nur wenigen Meter zwischen den bis zu 2m hohen Sandklippen und den Ausläufern der Wellen. Das war noch einmal sehr reizvoll und spektakulär zu fahren, bis endlich die Fähre in Sicht kam. Es warteten bereits einige Fahrzeuge in einer Schlange brav am Strand und ich reihte mich hinten an. Drauf und kurze Zeit später wieder ab, dann vor Rainbow Beach noch kurzerhand die Pflichtwäsche von Jamie in einer Waschanlage, Tanken und beim Vermieter abstellen und das Gepäck in die brav wartende Queenie umladen.

Mit Queenie gings dann wieder südwärts bis Noosa Heads. Im Strandrestaurant (Surf Club) eine Seafoodplatter geteilt und die Massen an Menschen am Beach beobachtet.

Nun sitzen wir wieder in der Natur (in der Nähe der Glass House Mountains) in einem kleinen Häuschen inmitten von Teichen, Grasflächen und Bäumen und lauschen den Vögeln und Grillen. Heute gibt’s einfache mal eine kalte Platte mit Sushi, Fleisch und Käse mit Brot.

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