09.01.2023
Gestern mussten wir noch Kriegsrat halten, was unsere Reiseroute anbelangte. Meine favorisierte Route quer durch den Regenwald nach Corinna und weiter bis Albert River war leider nicht machbar, da ein Teil der Route über Gravel Road führt und Tessa nicht gerne ungeteerte Strassen befährt (Unser Campingvermieter verbietet leider unnötige Fahrten über Gravel Road). Da wir trotzdem unbedingt den Nordwesten Tasmaniens bereisen wollten, beschlossen wir den Umweg über Zeehan und Wynyard zu fahren und reservierten in Stanley für zwei Nächte einen Platz auf dem Stanley Cabin und Touristpark (juhu, tatsächlich ein Campingplatz der nicht ausgebucht ist).
Auch diese Strecke führte über lange Passagen durch sehr dichten Regenwald, abwechselnd mit Gebieten mit viel Forstwirtschaft. Dazu ein auf und ab und viele Kurven und irgendwann kurz bevor wir wieder etwas Zivilisation erreichten, liegt die Hellyer Gorge. Am Fusse der Schlucht führt ein kurzer Fussweg zu einer Brücke, welche den Hellyer River überquert. Der Weg führt durch tiefsten Regenwald. Eindrücklich alle diese Bäume und Farne eine sogenannten «kühlen» Regenwalds und die Dichte der Pflanzen. Ich hatte unwillkürlich das Gefühl, dass hinter dem nächsten Baum ein Dinosaurier guten Tag sagt.



Weiter ging die Fahrt Richtung Küste. In Wynyard einem kleinen Städtchen machten wir eine kurze Mittagspause und teilten uns im The Vault Restaurant einen Pork Banh Mi. Anschliessend stockten wir unsere Vorräte im Woolworths auf und dann gings weiter der Küste entlang. Kurz nach Wynyard liegt das Table Cape mit einem schönen Leuchtturm. Ein kurzer Walk führt von einer Aussichtsplattform bis zum Turm, immer mit Blick auf den Southern Ocean.


Weiter gings zum Rocky Cape Nationalpark zum Burgess Cove mit faszinierenden Felsformationen. Im Sonnenlicht glänzen diese Felsen in allen Orange- und Rottönen.


Danach fuhren wir bis zu unserem Endziel Stanley. Der kleine Ort liegt am Fusse des «The Nut» am Meer und an einem Inlet. Alles ist vom Campingplatz aus innert weniger Minuten zu Fuss erreichbar. Nachdem wir Tessa auf dem uns zugewiesenen Platz installiert hatten, entschlossen wir uns noch «The Nut» zu besteigen. Glücklicherweise fährt ein Sessellift (im Schneckentempo) auf den 143 Meter hohen Felsen und wir lösten eine One Way-Karte. Man kann nämlich auch zu Fuss hoch oder wieder runterlaufen. Oben auf dem Felsen führt eine ca. 45minütige Rundwanderung einmal rund über das Plateau mit diversen Aussichtspunkten über die Umgebung.





Nachdem wir die Runde gelaufen waren, gings auf dem Zig Zag Track wieder nach unten. Der 430 Meter lange Fussweg ist sehr steil und ich war richtig froh, dass wir uns die Sesselliftfahrt nach oben gegönnt hatten.
Am Abend kochten wir uns wieder einmal Känguruh-Filet. Dazu gab es Krautstielgemüse.
10.01.2023
Heute Morgen nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg den Tarkine Way abzufahren. Die Scenic Route führt einerseits durch «cool Temperature» Regenwald und andererseits der Nordküste entlang und ist ca. 200km lang.
Erster Stopp für uns war bei der Tayatea Bridge, die über den Arthur River führt. Dort konnten wir Tessa in Action filmen und den Ausblick über den Fluss geniessen.

Der nächste Stopp war bei einem «Sinkhole». Durch Erosion stürzt der Boden ein und das Loch, das sich bildet, füllt sich mit Wasser.
Ein grösseres Sinkhole erwartete uns beim Lake Chisholm. Dort führte ein schöner Wanderweg durch den Regenwald zum See, in dem es unter anderem auch Platypus geben soll. Doch leider fanden wir auch dieses Mal keines dieser speziellen Tiere mit dem lustigen Entenschnabel.


Beim Sumac Lookout genossen wir den Blick über den Regenwald und dem Arthur River ein letztes Mal, denn nun führte die Strecke Richtung Meer.
Bei den Couta Rocks kamen wir tatsächlich bis ans Wasser. Neben einer Ferien- oder Fischersiedlung hat es einige Parkmöglichkeiten mit schönen Felsformationen. Der Wind blies sehr stark und dadurch hatte es auch recht hohe Wellen.

Kurz vor Arthur River folgt «Edge of the World” ein Aussichtspunkt, auf dem man sich tatsächlich wie am Rand der Welt vorkommt. Der starke Wind und die vielen Wolken verstärkten den Eindruck.

Arthur River hatte nicht viel zu bieten, eigentlich hatten wir uns vorgestellt, dort etwas Kleines zu essen, aber mehr als ein Take Away gibt es dort nicht, also zogen wir durch bis zur Kleinstadt Smithton, welches sogar einen Woolworth-Supermarkt vorzuweisen hat. Dort kauften wir noch Brot fürs Frühstück ein und machten uns danach auf den Rückweg nach Stanley.
Nach einem kurzen Spaziergang durch das schöne Städtchen, machten wir es uns auf dem Campingplatz gemütlich. Ein Apéro mit geräucherten Crevetten auf Blinis und Adi’s Kartoffelstock mit zwei schönen Schweinssteak rundeten den Abend fast ab.
Nur fast, weil uns nach Sonnenuntergang noch ein Highlight erwartete. Stanley hat einen Felsenstrand mit einer Aussichtsplattform und dort kommen im Sommer um ca. 21.30 Uhr «little Penguins» zurück vom Meer. Es ist die kleinste Pinguinart weltweit und die kleinen Gesellen haben tatsächlich kein einfaches Leben. Im Dezember ist der Nachwuchs geboren und muss gefüttert werden. So sind die Eltern den ganzen Tag im Meer auf Fischfang und kommen zurück und müssen erstmal mit ihren kleinen Füsschen über hohe Felsen klettern bevor Sie zu ihren Nestern kommen. Der Andrang auf der Plattform war natürlich gross, schliesslich ist immer noch Ferienzeit in Australien. Wir hatten aber einen ganz guten Platz erwischt und ein einheimischer Freiwilliger zündete mit Rotlicht, damit man in der Dunkelheit überhaupt etwas sah (Taschenlampen sind verboten!). Die kleinen Pinguine liefen mehr oder weniger bei uns vorbei und wir konnten die Tierbegegnung in vollen Zügen geniessen.


Wieder wunderschöne Fotos, sehr intressanter, mitreissender Bericht, herzliche Gratulation und vielen Dank Euch Zwei Lieben, Viele liebe Grüsse und Küsse, häbet Sorg