11.1.23
So, nun gings auf ein Highlight in Tasmanien zu. Wir haben uns bereits lange darauf gefreut die Cradle Mountains zu erkunden. Dazu mussten wir vom Nordwesten der Insel in Richtung Zentrum, den Highlands fahren und dazu benötigten wir über 220km. Die Strecke dorthin war sehr abwechslungsreich, mit einem kleinen Verfahrer. Eine Abzweigung nicht erwischt, und das Navi hat sofort neu gerechnet und uns über viele Kilometer auf einer Nebenstrasse zum Ziel geführt. Diese entpuppte sich als recht anspruchsvoll für Tessa, da es neben Dirtroad auch steile Abschnitte runter in einen Canyon und auf der anderen Seite wieder hoch, gab.
Im Visitorcenter des Cradle Mountain Nationalpark angekommen, holten wir unser Ticket für den Shuttle Bus ab und informierten uns über die möglichen Wanderungen. Wir entschieden uns heute die Wanderung über den Cradle Valley Boardwalk zu machen.

Beim Cradle Mountain National Park kann man nur begrenzt mit dem Auto weiter als bis zum Visitorcenter fahren. Ab da gilt insbesondere für grössere Fahrzeuge, wie Tessa, dieses stehen zu lassen. Dafür gibt’s ein sehr gut funktionierendes Shuttlebus System, das einen an die verschiedenen Stationen fährt, sowas wie Hop on / Hop off.
So sprangen wir auf und bei der Ranger Station bereits wieder ab. Von hier aus gings auf einem sehr gut ausgebauten Weg, der meistens auf einem Holzsteg, durch das Valley dem Dove Lake entgegenführte.

Auf der Strecke kann man bei Bedarf an verschiedenen Stationen wieder den Shuttle besteigen, wir wollten aber die ganze Strecke erlaufen was schlussendlich ca. 9km entsprechen. Eine sehr empfehlenswerte Wanderung mit viel Natur, Flora die sich laufend ändert, wunderbaren kleinen Creeks, Bächen, Wälder faszinierenden Bergen und Ruhe pur.


Beim letzten Abschnitt von Ronny Creek bis zum Dove Lake konnten wir sogar noch Wombats beim Grasen auf der Fläche beobachten.

Beim See angekommen gabs noch schnell ein paar Fotos und schon gings per Shuttle wieder zurück. Für die Übernachtung hatte Sandra im Voraus einen der begehrten Campingplätzte in der Nähe reservieren können, trotzdem müssen wir 15km zurück. Eigentlich kein Problem, aber heute Abend hatten wir noch eine spezielle Tour gebucht bei Devil@Cradle. Doch bevor wir dorthin aufbrachen, bereiteten wir uns ein zartes Rumpsteak mit Gemüse zu.


Das Devil@Cradle ist ein Sanctuary welches Tasmanische Teufel und Quolls aufzieht um diese wieder in der freien Natur auszusetzen. Bei den Quolls funktioniert dies bereits sehr gut und es sollen Tiere sogar in naher Zukunft neben Tasmanien auf dem Festland, z.B. Wilson Promotery ausgewildert werden (dort sind die Tiere seit den 1960er Jahren ausgestorben). Bei den Tassi-Devils (Tasmanischer Teufel) wird aktuell nicht ausgewildert und die Tiere stehen so zu sagen unter Quarantäne, weil bei der gefährdeten Population in der Wildnis eine Art Krebs (Seuche) wuchert und die Tiere deshalb sehr stark dezimiert werden. Das Sanctuary hilft auch intensiv mit, einen Impfstoff zu entwickeln. Falls dies gelingt, könnte diesen Tieren endlich geholfen werden.
Ach ja, der Tassi-Devil ist tatsächlich ein lustiges Tierchen, eines der wenigen Fleischfresser unter den Beuteltieren (eben neben den Quolls). Untereinander krachts dann und wann (typische Hackordnungen in der Tierwelt) und dabei reissen die Tiere ihr Gebiss auf und fauchen sich gegenseitig auf eine fürchterlich laute Art an. Dies führt auch zu deren Namen (Teufel), weil bei der Besiedlung vor hunderten von Jahren durch Europäer, diese die eindringlichen Laute in der Nacht nicht zuordnen konnten und ein riesiges, unheimliches Monster vermuteten.



Nach der sehr lehrreichen und eindrücklichen Tour durch die Gehege gings nun wieder mit Tessa zurück zum Campingplatz. Draussen bereits Nacht und wir mussten durch diese Natur fahren. Vorsichtig mit ca. 40-50kmh rollte ich dahin, immer den Scheinwerfer an, da ja sowieso kein Gegenverkehr zu erwarten war, und es hüpfte und sprang laufend etwas vom Strassenrand weg. Echt Wahnsinn: Wallabies, Wombats und Pademelons direkt bei den Strassenmarkierungen, starr und angespannt, jederzeit zum Sprung bereit… da konnte ich nur hoffen, dass dieser in Richtung Gebüsch ging.
Das waren anstrengende 15km, aber auch sehr beeindruckende… Auf dem Camping gings dann rasch ins Bett.
12.1.23
Wer in den Cradle Mountains ist und einen ganzen Tag zur Verfügung hat, soll unbedingt eine der vielen Wanderungen in allen unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen und Längen machen. Wir hatten die Qual der Wahl und entschieden uns zwei, drei Tracks zu verbinden die aus meiner Sicht ideal sind, um vieles zu sehen, aber nicht gleich auch noch Klettern beinhaltet oder 6 Stunden oder mehr unterwegs zu sein.
Los gings vom Visitorcenter erstmals wieder mit dem Shuttlebus bis zum Stopp Ronny Creek. Von dort führt der Weg gut einen Kilometer, dem dritten Teil der Strecke entlang, die ich gestern beschrieben habe. Unsere Idee war nochmals Wombats zu sehen die gestern genau hier ästen. Leider ohne Erfolg, es war wohl für die eher abend- und nachtaktiven Tieren noch zu früh. Danach zweigt der Pfad ab und es wird steiler, aber der Wanderweg ist immer noch gut ausgebaut, wie wir dies in den Alpen bei uns auch kennen. Wunderschön durch Gebüsch, Eukalyptusbäume, Felsen dann durch einen kleinen Creek mit einem Bach und Wasserfällen (Crater Falls). Nach einer knappen Stunde waren wir am Crater Lake oben angekommen. Ein See inmitten steiler Felswände, einfach idyllisch.


Weiter gings dem See entlang auf eine Art Pass (ca.1000 MüM), wo sich verschiedene Wanderwege kreuzen. Schon hier genossen wir eine unglaubliche Aussicht über die Gegend, inklusive einer freien Sicht auf den Cradle Mountain. Genau hier entschieden wir uns spontan, uns noch höher hinauf zu wagen: ein sehr steiler Weg führ noch auf den Marions Lookout (1223 MüM). Einige Abschnitte des Weges sind tatsächlich abenteuerlich, steile, treppenartige Felsabschnitte die zum Teil nur mit den dort befestigten Ketten als Haltehilfe bewältigt werden konnten. Aber es lohnte sich allemal, einfach nur für die atemberaubende Aussicht.





Unzählige Fotos später machten wir uns an den Abstieg, auch nicht gerade einfach 😊. Nun gings beim erwähnten Pass runter zum Wombat-Pool, wieder wunderschön gelegen, so dass wir dort unsere Mittags-Sandwich genossen.


Dann gings weiter runter am Lake Lilla vorbei (dies auch ein kurzer Abschnitt der gestrigen Wanderung) zum Dove-Lake, der Star unter den vielen Seen. Am östlichen Ufer ist der letzte Stopp der Shuttlebusse und somit auch der Punkt, an dem alle Touristen aussteigen, die es nicht so mit dem Wandern haben, aber den See umrunden wollen. Wir beide machten dies selbstverständlich auch noch, nachdem wir schon 500 Höhenmeter und gut 8 Kilometer in den Füssen hatten. Der Weg ist mehr oder weniger flach und gut ausgebaut und es bewegt sich alles darauf, hektische gestikulierende Asiaten, laute overdresste Inder und Aussies mit Kind und Kegel. Was für ein Vergnügen sich auch etwas darüber lustig zu machen, wie die meisten die 5 Km um den See wohl tatsächlich etwas unterschätzen.


Danach waren auch wir ready auf den gleichen Campground, wie am Vorabend zurück zu kehren, noch etwas den späten Nachmittag zu geniessen bevor es hinters Abendessen ging: Teigwareneintopf mit Gemüse und Reste vom Känguruhfilet.
Der Gradle Mountain Nationalpark muss zum Wandern in dieser traumhaften Farbenpracht eindrücklich sein! Wir sind voll dabei,,,!!!In der Nacht durch die Natur zu fahren , Tiere zu beobachten muss ein weiteres eindrückliches Erlebnis sein! Wir schauen uns die traumhaften Fotos von Eurer Traumreise immer wieder an! Was uns auch gefällt am Abend die vielseitigen, kreativen Menüs! Super! Weiter so, wir freuen uns auf die nächsten Berichte liebe Sandra, lieber Adi, wir umarmen Euch ganz fest!