Nach einer angenehmen Nacht mit genügend Schlaf in den Einzelbetten gings heute nicht ganz so früh aus den Federn… so um 6 Uhr waren wir wach. Ich glaube das lag daran, dass heute eine abenteuerliche Strecke im Kgalagadi auf dem Programm stand. Zuerst musste ich die 170km quer durch den Park fahren, was eigentlich nicht anspruchsvoll ist, weil die Strassen entweder Gravel-Roads oder hart planierte Sandpisten sind. Erschwerend war aber dass im Park die Geschwindigkeitsbegrenzung bei 50 km/h war und das ganze noch mit Tiersichtungen verbunden wird.

So starteten wir nach einem kleinen Frühstück und den obligaten Packen unseres Pilani auf unsere Tour. Mit einigen wenigen Sichtungen in der ersten halben Stunde kamen wir gut vorwärts, dann war in der Ferne eine kleine Gruppe von Autos auzumachen. Dort musste was los sein… und tatsächlich etwas mehr als 100m vom Strassenrand entfernt, unter einem grossen Baum waren drei Geparde auszumachen, die sich gerade genüsslich um einen Springbock versammelt hatten. Die Mutter wahrscheinlich mit ihren zwei Halbwüchsigen haben kurz zuvor eine erfolgreiche Jagd gehabt. Einfach nur Natur pur so ein Schauspiel mit zu erleben.

Nach geraumer Zeit verabschiedeten wir uns und es ging weiter auf der geplanten Route. Um vom Auob-Valley ins Nossob-Valley zu gelangen gibts eine ca. 50km lange Verbindungsstrasse (Gravel) die durch wunderschöne Steppe und rote Dünen führt. Ich erklärte noch, dass sich in diesem Teil weniger Tiere aufhalten und wenn sind diese wegen des dichten Busches fast nicht auszumachen. Es gibt aber auch hier 3 über die Strecke verteilte künstliche Wasserlöcher und das erste kam gerade in Sichtweite und Sandra meinte noch, da ist aber nichts los… während ich hart auf die Bremse musste um das imposante Löwenmännchen nicht zu überfahren das aus dem hohen Gras von der Wasserstelle gemütlich über die Strasse trottete. So eine riesen Glück… ein Löwe direkt vor uns, wir weit und breit alleine und der Kerl posierte tatsächlich noch für unsere begehrten Fotos bevor er sich gemütlich ins Spinifex legte (10m vom Strassenrand entfernt) und eigentlich nicht mehr zu sehen war. Weiter gings mit tollen Views (Schakal, Kuhantilope, und viele mehr) und einer sehr ausgeprägten Leoparden-Spur mitten auf der Strasse.

Nossob-Camp war erreicht… wie eingangs erwähnt startet hier der wirklich abenteuerliche Teil der Strecke. Sandra hat im Vorfeld unserer Ferien ein extrem abgelegenes Camp gebucht, dass nur über eine 54km lange Piste mit tiefem Sand zu erreichen ist. Ich behaupte, dass ich doch bereits einige Erfahrung bezüglich solchen Strecken habe, aber in den letzten Jahren etwas wenig Praxis sammeln konnte. So war ich doch etwas angespannt wie ich und vor allem Pilani (unser Auto) das ganze meistern werden. Los gings… zwei Sand-Geleise führten ins Niemandsland. Der Sand noch griffig und nicht allzu tief, mit Allrad und natürliche tiefem Reifendruck, die Automatik auf manuell und hoch konzentriert fuhr ich langsam über die Piste. Quer zur generellen Ausrichtung der Dünen gings immer wieder hoch und runter und zwar recht steil hoch was gerade die höchste Herausforderung beim Sandfahren ist, weil hier die Gefahr vom stecken bleiben grosse ist. Ich bemerkte aber rasch dass Pilani hier ausgezeichnet mitmachte. Das war echt ein Traum, der Grip mit den grossen breiten Reifen fantastisch, die Motorleistung mit der Untersetzung grandios. So verflog meine anfängliche Unsicherheit rasch und wir konnten entspannt über den Sand rattern. Genau rattern und holpern, die Geleise waren stark ausgefahren und dementsprechend unangenehm waren die Schüttel- und Rüttelbewegungen… ich glaube das war viel anstrengender als die Angst stecken zu bleiben. Vorab hat uns die Rangerin an der Reception mitgeteilt, dass für diese Strecke schon 3 Stunden einzurechnen sind, wir waren aber froh dass nach gut 2h unser Ziel erreicht war, eine kleine Lodge mit vier fest installiert Zelten und einer Gemeinschaftsküche, einfach nur wunderschön.

So machten wirs uns gemütlich und schauten auf die Salzpfanne raus und beobachteten wie ein Strauss und eine Oryx zum Wasserloch watschelten. Zu bemerken ist, dass der Wind extrem stark blies und ringsum bereits sehr dunkle Wolken aufzogen und man bereits Blitze und Donner war nahm. So gings nicht mehr lange und wir mussten alles ins kleine Zelt verstauen und uns mit den anderen Gästen in den grossen Aufenthaltsraum mit Küche zurückziehen. Eine Unwetter wie es nur sehr selten in dieser Gegend gibt brach über uns herein. Sogar der einzige Ranger dort machte eine Video mit seinem Handy und stellte dies auf Die Facebook Seite von Kgalagadi Sightings…

Nach dem Schauspiel konnten ich noch den Grill anwerfen und alle Gäste (alles Südafrikaner und wir zwei) assen dann gemeinsam. Bei Speis und Trank (für uns zwei gabs den Resten Rindsfilet mit Tomatensalat und Knoblauchbrot) gabs viel zu erzählen. Wir haben viel spannendes über das Leben in Südafrika erfahren und durften auch über unser Leben in der Schweiz berichten. Trotz Gewitter war dies ein rundum schöner und gemütlicher Abend.

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