Auf den Mapungubwe Nationalpark waren wir sehr gespannt. Der Park ist zumindest für ausländische Touristen noch ein Geheimtipp und befindet sich entsprechend abgelegen im Nordosten von Südafrika am Dreiländereck Südafrika – Botswana – Zimbabwe. Er ist ein Teil des Limpopo Transfrontier Parks, zu dem auch der Tuli Block in Botswana gehört. Dort waren wir bereits und es hat uns damals sehr gut gefallen.
Zuerst mussten wir aber noch von Punda Maria bis zum nördlichsten Krüger Gate dem Pafuri Gate fahren und von dort bis Musina. Die Stadt liegt rund 70 km östlich vom Eingangstor des Mapungubwe Nationalpark und ist der letzte Ort, wo wir tanken und einkaufen konnten. Für die drei Nächte, die wir bleiben wollten, musste wir alles dort besorgen.
Am Eingangstor erhielten wir unser Entry-Permit und detaillierte Erklärungen zu den Routen, die wir fahren konnten. Mit unserem 4×4 eigentlich fast überall, wie wir erfreut feststellten. Der Park ist in einen West und einen Ostteil geteilt, die nicht miteinander verbunden sind. Wir mussten also, wenn wir vom Ostteil, wo wir übernachteten in den Westteil wollten wieder zum Gate und nach ein paar Kilometer auf der Strasse in den Westteil einchecken. Nach diesen Erklärungen erhielten wir noch den Schlüssel zu unserem Cottage im Leokwe Main Camp, das ca. 13 km vom Gate entfernt liegt. Dieses Camp suchten wir als erstes auf. Nun stellten wir bereits fest, dass die Strassen in einem sehr schlechten Zustand sind. Geteert ist nichts, es ist sehr steinig und dementsprechend holprig.

Unser Cottage Nr. 9 im Camp befindet sich ganz zuhinterst in einem Tal inmitten einer schönen Felsenlandschaft mit Baobab-Bäumen. Die Häuser sind im traditionellen Stil der Vendas erbaut und passen sehr gut in die Landschaft. Speziell ist, dass das Camp nicht eingezäunt ist und die Tiere deshalb einfach hindurch laufen können. Deshalb hat jedes Cottage eine geräumige gemauerte Terasse. Man sitzt sozusagen schön geschützt und kann den Tieren zusehen, wenn Sie denn kommen. Zudem ist das Cottage nicht nur sehr geräumig mit Schlafzimmer, Wohnküche, Badezimmer, es verfügt auch über eine Outdoor-Dusche.


Das Highlight ist der zwischen zwei hohen Felsen gelegene und in die Felsen gebaute Pool mit einer vorgelagerten Wasserstelle für Elefanten. Das mussten wir doch gleich testen. Mehr als eine Herde Impalas konnten wir während dem erfrischenden Bad nicht entdecken. Nachdem wir den Pool verlassen und uns getrocknet hatten, sahen wir jedoch eine Elefantenherde nicht weit von uns entfernt. Die Tiere schienen nicht in Richtung Pool zu laufen, die Chance bestand eher, dass Sie bei unserem Cottage (welches etwa 300m vom Pool entfernt lag) vorbeilaufen könnten. Wir entschieden uns, uns rasch anzuziehen und zurück zu laufen.


Der Zufall ergab es, dass die Elefanten genau zur gleichen Zeit den Weg queren wollten, als wir grad zu laufen kamen. Nun bekam ich es doch etwas mit der Angst zu tun und erhöhte mein Schritttempo drastisch, obwohl mir Adi noch zurief, ich solle neben ihm laufen, damit wir für die Elefanten grösser und als ein Tier wirken. Das nützte bei mir aber nichts mehr. Als der eine Elefant laut in unsere Richtung trötete und mit den Ohren wackelte nahm ich die ganz langen Schritte hervor und das bei über 40 Grad Lufttemperatur.

Wir schafften es ohne Zwischenfall zu unserem Cottage, aber die Elefanten waren schon weiter gezogen und ich musste erstmal meinen Adrenalinspiegel senken. Wir hatten bereits in Botswana Elefanten nahe bei unserem Camp gehabt, da waren wir jedoch vor Ihnen da gewesen. Einer ganzen Herde von so grossen Tieren in den Weg zu geraten war wirklich nicht unsere Absicht gewesen.
Nach diesem Abenteuer genossen wir noch einen sehr relaxten Abend auf unserer Terasse. Wir hatten Besuch von Warzenschweinen, Kudus und später am Abend von Wasserböcken, die dann gleich bei uns neben der Terasse übernachteten.
Am nächsten Morgen wollten wir den zuerst den Ostteil des Parks erkunden. Die grössten Sehenswürdigkeiten nebst der Tierwelt sind dort der Treetop-Walk (der aber leider zum grössten Teil abgebrannt ist, man kann nur noch ein paar Meter laufen, dann ist abgesperrt) mit schönen Aussichten auf den Limpopo (den Grenzfluss) und der Confluence Lookout, von wo aus man das Dreiländereck sehen kann mit dem grossen Flussbett des Limpopo, der aber dort momentan ausgetrocknet ist. Es gab deshalb auch nicht viel Tiere zu sehen, ausser einer Kuhherde, die von Zimbabwe nach Südafrika herüberwanderte, einigen Klippspringerpärchen, Pavianen und vielen Vogelarten.

So fuhren wir am Ufer des Limpopo weiter auf der ruppigen Piste und bewunderten die schöne Felsenlandschaft mit den vielen Baobab. Ab und zu querte eine Impalaherde unsere Piste. Giraffen frassen am Strassenrand, Zebras beäugten uns etwas misstrauisch und das eine oder andere Kudu schaute hinter einem Busch hervor. Auch Elefanten, Herden mit Mutterkühen und Jungtieren oder einzelne Bullen begegneten uns. Auf unser Auto reagierten Sie alle viel entspannter als gestern auf uns Menschen.

Am späten Vormittag waren wir zurück im Cottage um zu brunchen und uns etwas auszuruhen, bevor es am Nachmittag in den Westteil des Parks ging. Dieser Teil ist sehr flach und ähnelt etwas den Parks in Botswana. Landschaftlich auch wunderschön, aber einfach ohne die Felsenlandschaft. Am Maloutswa Hide erhofften wir uns Elefanten, mussten aber mit Pavianen vorlieb nehmen. Zurück auf der River Road begegneten wir aber doch noch Elefanten. Ein «Teenager» wollte uns partout nicht vorbeifahren lassen. Er stellte die Ohren und trötete, sobald Adi überholen wollte. Schliesslich bekam er dann doch Angst vor der eigenen Courage und liess uns durch.

(Dieses Bild ist der Grund für den Blog Titel)
Zurück im Leokwe Camp besuchten wir noch einmal den Felsenpool, den wir dieses Mal mit Pavianen teilten, die aber Angst vor uns hatten und sich deshalb versteckten, bis wir den Ort wieder verliessen. Auch sonst verlief der Besuch viel ereignisloser. Heute waren keine Elefanten da.
Auch am Abend im Cottage kamen keine Tiere vorbei. Geschuldet war das wohl dem südafrikanischen Paar im Cottage neben uns, das laut lachte und diskutierte. Es lohnt sich gar nicht sich darüber aufzuregen, aber trotzdem Schade.