31. Oktober 2019
Noch wollten wir nicht Abschied nehmen vom Wilsons Promontory. Deshalb unternahmen wir ganz im Norden des Parks noch den Big Drift Walk. Wer hätte gedacht, dass es in diesem doch so grünen Park solche Sanddünen gab…
Der Walk führte zuerst über Farmland, doch mit der Zeit wurde der Weg immer sandiger. Schliesslich standen wir vor einer hohen Sanddüne, welche zwar mit Sträuchern und Pflanzen bewachsen war, es gab jedoch einen schmalen Weg bergauf.

Kaum hatten wir die Düne erklummen, kam bereits die nächste noch höhere Düne und nun ging es wirklich durch tiefen Sand bergauf, eine riesige Spulerei, ein Schritt vorwärts, zwei zurück.
Oben angekommen eröffnete sich uns der Blick über riesige Sanddünen, welche kilometerweit bis ans Meer führten. Nun wussten wir auch, weshalb am Start des Walks stand, man solle aufpassen, dass man sich nicht verläuft. Wir genossen die grandiose Rundsicht und bemühten uns nicht all zu weit weiter zu laufen, obwohl es verführerisch wäre weiter über die Sandwüste zu laufen.



Nun wurde es aber leider Zeit Wilsons Prom zu verlassen. Wir machten einige Kilometer nach dem Parkeingang noch einen kurzen Stop beim Shallow Inlet, weil ich gelesen hatte, dass man mit dem Auto am Strand entlang fahren könne, das war aber nicht ganz korrekt. Bootsbesitzer dürfen dort mit dem Auto bis ans Wasser fahren um ihr Boot zu wassern. Also auf nach Phillip Island.
Die Fahrt führte nach kurzer Zeit bereits durch bevölkerte Gegend und die mehrspurige Strasse wies uns darauf hin, dass wir uns dem Grossraum Melbourne näherten. Wir fuhren die knapp über 100 km zügig durch und erreichten schliesslich die Brücke, welche Phillip Island mit dem Festland Australien verbindet.
Zuerst buchten wir unsere Campsite, danach war es Zeit für einen Lunchbreak in der Inselhauptstadt Cowes und anschliessend besuchten wir das Nobbies Centre mit Ausblick auf Seal Island. Dort leben ca. 30‘000 Seals, leider konnten wir Sie mit dem Feldstecher grad einfach knapp erkennen. Die wilde Küste am Aussichtspunkt bescherte uns aber auch ohne Seals schöne Fotosujets.


Wer uns kennt, weiss wir lieben es zu reisen, aber Genuss, Apéro, ein feines selbstgekochtes Znacht ist uns wichtig. Deshalb beschlossen wir auf die Penguin Parade, DAS Highlight auf Phillip Island zu verzichten. Jeweils bei Sonnenuntergang (im konkreten Fall um ca. 19.45 Uhr) kommen die ca. 2‘500 Pinguine, welche am Summerland Beach leben vom Meer zurück an ihren Heimatstrand. Auf einer Zuschauertribüne kann man das Spektakel miterleben. Es wird empfohlen eine Stunde vorher vor Ort zu sein. Das war uns dann doch zu stressig, wollten wir doch Rindsfiletsteak mit Krautstielgratin zubereiten. Und wir hatten einen wunderschönen Campingplatz direkt am Meer zugeteilt erhalten, denn wir noch etwas geniessen wollten. Das machten wir dann auch und bereut er haben wir‘s nicht.

1. November 2019
Bevor wir Phillip Island verliessen machten wir noch eine Fahrt vom Penguin Centre zum Nobbies Point. Die Fahrt führt über Gravel Road direkt am Meer entlang. Ausser den obligaten Gänse, welche auf der Insel heimisch sind und der wunderschönen Küste sahen wir nichts. Die Pinguine waren bereits bei Sonnenaufgang wieder aufs Meer aufgebrochen.
Nun ging die Fahrt wieder aufs Festland, auf die Mornington Peninsula, welche sich südlich von Melbourne in der Port Phillip Bucht befindet. Arthur‘s Seat ist sozusagen der Güsche von Melbourne und das war unser erstes Ziel. Die Eagle Gondola führt auf etwas über 300 m ü. Meer. Die Fahrt dauert geschlagene 15 Minuten. Ihr könnt euch also vorstellen, wie langsam sich die Gondel bewegte, wir Schweizer sind uns das nicht gewöhnt, aber man kann dafür sagen, dass man etwas für‘s Geld bekommt ;-).

Auf dem „Berg“ angekommen, staunt man wieviel Mühe sich die Australier geben, mit schönen Parkanlagen, einfachen Walks mit wunderbaren Aussichtspunkten (man hätte sogar die Skyline von Melbourne sehen können, wäre es nicht so dunstig gewesen) und in Australien kann man auch immer wieder wilde Tiere sehen. So erblickten wir auf dem Circuit Walk auch bereits nach kurzer Zeit wilde Känguruhs.

Als nächster Programmpunkt wollten wir eine Winery auf der Mornington Peninsula besuchen. Wir entschieden uns für das Red Hill Estate, das auch ein Restaurant besass. Das Restaurant hatte aussen eine Speisekarte mit Fleisch- und Käseplatten aufgelegt, als wir jedoch hineinkamen, an einen Tisch mit weissem Tischtuch geleitet wurden und der Kellner uns persönlich die weisse Serviette auf den Schoss legten, konnten wir schon ahnen, dass das teuer werden könnte. Die Speisekarte war dann auch gar nicht gleich und so fragte ich freundlich nach, ob wir nicht das Menu, dass draussen aufgehängt war bestellen könnten. Der Kellner klärte uns auf, dass das „Casual Menu“ für die Gartenterrasse vorgesehen war, er uns aber selbstverständlich die Karte bringen würde. Tatsächlich sahen wir die erwähnten Platten und teilten dem Kellner mit, dass wir selbstverständlich auf der Gartenterrasse essen würden. „Oh no, no worries“ war die Antwort, die Australier sind einfach unkompliziert!
Nachdem wir uns gestärkt hatten, ging es noch zum „Cellar Door“ (Degustation), wo wir für 5$ pro Person, soviele Weine degustieren konnten wie wir wollten. Australische Weine sind per se nicht günstig, aber man findet immer etwas feines. Wir kauften einen Pinot Noir, denn wir uns zu einem unserer letzten Nachtessen im Camper genehmigen wollten.

Nun ging es Richtung Sorrento (nicht Italien). In der immer schmaler werdenden Bucht findet man den kilometerlangen Capel Sound Campground mit Stellplätzen am Meer. Die Plätze waren bereits gut besetzt, den in Victoria steht ein langes Weekend bevor (am Dienstag findet der Melbourne Cup statt, dazu sicher später mehr) und die Melbourner machen die Brücke und reisen bereits am Freitag Abend auf den Campingplätzen ihrer Wahl an. Unser Nachtessen am heutigen Abend: Känguruh-Bolognaise-Gratin mit viel Gemüse und Penne.