Nun sind wir bereits seit zwei Tagen in Ushuaia. Die Stadt selber ist wie erwartet nichts besonders, aber die Lage ist der Hammer.

Gestern haben wir einen Ausflug zum Lago Fagnano nach Tolhuin gemacht. Die Fahrt führt zuerst in das Skigebiet neben Ushuaia. Die Saison ist zwar seit Mitte September beendet. Wir konnten jedoch zahlreiche Skilodges sehen und der Sessellift bei Cerro Castor. Danach führt die Fahrt über den Paso Garibaldi. Auf der Passhöhe hat es einen wunderschönen Aussichtspunkt Richtung Lago Fagnano und dem kleinen Lago Escondido. Das Wetter hatte sich aber gerade entschieden zu schneien, während wir dort haltmachten, so dass die Fotos grau in grau herauskamen.

Das Wetter hier im Süden ist übrigens extrem wechselhaft. Wir haben an einem Tag Sonne, Regen, Schnee, Wind und Bewölkung erlebt und dies alles innerhalb kürzester Zeit. Das heisst unsere Winterausrüstung ist rundum die Uhr im Einsatz, zumal die Temperaturen momentan weit unter 10 Grad liegen.

Vom Paso Garibaldi ging es weiter am Lago Escondido entlang an den Lago Fagnano. Am östlichen Ende dieses 600 Quadratkilometer grossen Sees liegt das kleine Städtchen Tolhuin. Tolhuin wurde 1972 gegründet ist also noch ein sehr junger Ort. Es sollte ein Versorgungspunkt zwischen Rio Grande und Ushuaia sein. In letzter Zeit hat jedoch der Tourismus zugenommen und immer mehr Menschen besuchen den kleinen Ort. Nebst dem See ist die Hauptattraktion die Panaderia La Union, eine Bäckerei mit sehr leckeren Backwaren und gutem Kaffee.

Von Tolhuin ging es mit diversen Stops am See wieder zurück nach Ushuaia.

Am Abend gönnten wir uns die Spezialität von Ushuaia eine Centolla (King Crab). Sehr, sehr lecker!

Heute besuchten wir den Tierra del Fuego Nationalpark. Beim Visitor Centre deckten wir uns noch mit Kartenmaterial ein, danach ging es los zu den schönen Sights im Park. Der Südteil des Parks ist für Autos erschlossen und der Rio Lapataia schlängelt sich durch diesen Teil des Parks. Er bildet verschiedene Bassins, Seen und Moore. Der Lago Roca war unser erster Stop. Die Sonne wollte sich aber nicht zeigen und es ging ein starker Wind, so dass wir ziemlich schnell weiterfuhren zur Lapataia Bucht. Dort machten wir eine ca. einstündige Wanderung durch Waldgebiet und neben einem Biberdamm vorbei.

Die Biber sind in Argentinien nicht beliebt. Dies liegt daran dass Sie nicht endemisch sind, sondern sie wurden 1946 von der damaligen Regierung angesiedelt. Es wurden 50 Biber ausgesetzt, mittlerweile sind es über 200‘000 und da Sie keine natürlichen Feinde haben, breiteten sie sich immer mehr aus. Man sieht die riesige Zerstörung überall. Uns war bereits auf der Fahrt nach Tolhuin aufgefallen, dass riesige Waldbestände tot waren. Zuerst haben wir uns gefragt, ob es gebrannt hat. Dann kam uns in den Sinn, dass wir ja in FEUERland sind und wir haben nachgegoogelt und herausgefunden, dass die Bäume von den Bibern so zugerichtet wurden. 

Feuerland heisst übrigens Feuerland, weil Fernando Magellan anno 1520 hier mit dem Schiff die nach ihm benannte Magellanstrasse durchfuhr. Während der Passage beobachtete er immer wieder einheimische Völker, welche der Küste entlang Lagerfeuer entzündeten. So bekam die Inselgruppe ihren Namen.

Im Nationalpark besuchten wir auch noch die Laguna Negra. Und tatsächlich lockerte die Bewölkung zwischenzeitlich etwas auf und die Sonne schaute das eine oder andere Mal durch die Wolken.

Heute Abend werden wir wohl noch einmal eines der zahlreichen, guten Fischrestaurants besuchen. Morgen geben wir unser Studio wieder ab und checken auf der Stella Australis ein. Mit dem Schiff geht es zum Kap Hoorn und durch die Magellanstrasse bis nach Punta Arenas in Chile. Wir werden am 28. Oktober dort eintreffen. Auf dem Schiff haben wir kein WLAN so, dass wir frühestens am 28. wieder posten können, hoffentlich haben wir viel erlebt auf unserer Schiffahrt. Bis bald!

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