Am Montag versprachen die Wetterprognosen noch einmal hochsommerliche Temperaturen und viel Sonne. Perfekt für einen Ausflug in den Alpstein zum höchsten Berg dort, dem Säntis.
Die markante Gesteinsformation ist schon auf der Anfahrt zur Schwägalp von weither sichtbar. Die Schwebebahn von dort auf den Gipfel überwindet eine Distanz von 2300 Meter und 1100 Höhenmeter in 10 Minuten.

Im Nullkommanichts waren wir also oben und konnten uns auf den grossen Aussichtsterrassen umsehen.


Gemäss Informationstafeln sieht man vom Berggipfel aus in alle Himmelsrichtungen sechs verschiedene Länder. Es war etwas dunstig, deshalb vermute ich, dass wir nicht ganz soweit sahen. Immerhin konnte man das Dreigestirn Eiger, Mönch und Jungfrau erahnen. Wir hatten aber noch einmal eine wunderbare Aussicht ins Toggenburg mit den Churfirsten, zu den Bündner Alpen und über das Appenzellerland bis zum Bodensee.




Auf informative Art, erfährt man auch, wie die Menschen früher um den Säntis gelebt haben. Bevor es eine Bergbahn gab, gab es bereits ein Gasthaus und eine Wetterstation. Deshalb gab es im 19. Jahrhundert die sogenannten Säntisträger. Unglaublich, welch strenge Arbeit diese Männer zu verrichten hatten:
Die Aufgabe der Säntisträger begann, als die ständig zunehmende Zahl an Gästen den Wirt des Gasthauses auf dem Säntis veranlasste familienfremde Helfer für den Zutransport der Waren anzustellen.
Diese Träger, deren Tätigkeit mit der Zeit zu einem eigentlichen Beruf wurde und fortan als Säntisträger bezeichnet wurden, erhielten mit der Eröffnung der meteorologischen Station noch grössere Bedeutung. Denn nun war der Säntis sowohl im Sommer wie auch im Winter bewohnt. Sie hatten eine äusserst harte Arbeit zu verrichten. In einem alten Zeitungsartikel «aus dem Leben der Säntisträger» im Appenzeller Kalender, steht:
«Die Geschichte der Säntisträger hat bald nach der Eröffnung der Säntis-Schwebebahn ihr Ende gefunden und gehört heute der Vergangenheit an. Aber Männer, welche die Posten versahen, waren stille Helden und verdienen wie die Wetterwarte alle Achtung und Anerkennung. Sie haben manchmal dem Tod ins Antlitz geschaut und dennoch sind sie ihren Aufgaben treu geblieben.» (Quelle: www.saentisbahn.ch).
Bevor wir uns wieder auf den Weg mit der Bahn auf die Schwägalp machten, genehmigten wir uns im alten Säntisgasthaus einen Cappuccino. Danach genossen wir in der Bahn runter noch einmal einen tollen Blick ins Appenzellerland und schon waren wir wieder unten bei der Talstation.

Da Gebirgswanderungen momentan nicht machbar sind, beschlossen wir auf der Schwägalp noch den Themenweg „Alpwirtschaft“ zu wandern. Auf dem einstündigen Rundweg sieht man immer wieder die markante Felswand vor sich. Die Strecke führt vorbei an Alphütten und grünen, immer noch saftigen Wiesen.



Zu guter Letzt statteten wir noch der Schaukäserei einen Besuch ab und kauften leckeren Bergkäse. Allerdings wird momentan schon nicht mehr gekäsert, weil die Kühe bereits ins Tal abgezogen sind.
Auf der Rückfahrt zu unserem Campingplatz machten wir noch einen kurzen Foto Stopp in Urnäsch und bewunderten die schönen Appenzellerhäuser an der Hauptstrasse.


Spontan beschlossen wir, auch Herisau noch einen Besuch abzustatten. Meine persönliche Meinung: Lieber Appenzell besuchen. Dieses bietet meines Erachtens mehr und ist für mich das gemütlichere Städtchen.



Nun konnten wir auf unserem Campingplatz noch einmal einen richtig schön warmen Sommerabend geniessen. Ab Morgen will das Wetter kurz umstellen und es wird wohl nicht mehr ganz so sommerlich heiss. Am Dienstag geht es, mit Umwegen, erst einmal weiter bis nach Arbon am Bodensee.